7. Bölüm
NENNT MICH „ALLAHS DIENER UND GESANDTER“
Der Prophet (s.a.w.), der Medina verlassen hatte, um Mekka zu erobern, bewegte sich mit einer großen Armee in Richtung Mekka, die unter Beteiligung alliierter Stämme etwa zehntausend Mann erreichte. Als die Nachricht, dass die islamische Armee unterwegs war, Mekka erreichte, machten sich die Führer von Mekka, Abu Sufyan, Hakim b. Hizam und Budayl b. Warka, auf den Weg nach außerhalb Mekkas, zu der Route der Muslime, um mehr über die kommende Armee zu erfahren. Als die Armee sich bei Marruʾ al-Zahran, das sehr nahe an Mekka lag, niederließ, befahl der Gesandte Allahs (s.a.w.) seinen Soldaten, eine große Anzahl von Feuern anzuzünden, um die Mekkaner einzuschüchtern. In der Tat gerieten Abu Sufyan und sein Gefolge in Panik über das, was sie sahen, und wurden schließlich von den Muslimen bemerkt. Als sie gefangen und zum Propheten gebracht wurden, nahm Abu Sufyan den Islam an. Der Prophet befahl Abbas (r.a.), Abu Sufyan dorthin zu bringen, wo die Armee entlang marschieren würde, damit er von der Pracht der Armee beeindruckt werde. Daraufhin ging Abbas zusammen mit Abu Sufyan zu einem Ort, an dem sie die Armee bequem sehen konnten. Zunächst marschierten in der ersten Reihe der islamischen Armee die verschiedenen verbündeten arabischen Stämme vor. Dann folgten ihnen die Ansar, die Muhadschirun (mekkanische Auswanderer) und zwischen ihnen der Prophet (s.a.w.), in seiner Rüstung, in prächtiger Erscheinung.
Angesichts dieser beeindruckenden Armee fragte Abu Sufyan erstaunt: „Oh Abbas, wer sind diese Menschen?“ Abbas (r.a.) sagte: „Dies sind der Gesandte Allahs und seine Gefährten, die aus den ersten Muhadschirun und den Ansar bestehen.“ Abu Sufyan (r.a.) wurde Zeuge der Loyalität und des Gehorsams der Gefährten gegenüber dem Propheten (s.a.w.) und der Disziplin seiner Armee und wandte sich an Abbas: „Bei Allah, die Herrschaft des Sohnes deines Bruders ist gewachsen!“, und drückte so sein Erstaunen aus. Abbas (r.a.) entgegnete ihm: „Nein! Bei Allah, dies ist keine Herrschaft, sondern sein Prophetentum!“
Diesen Segen, den Abu Sufyan als „Herrschaft“ betrachtete, bezeichnete Abbas, der Onkel des Propheten, als „Prophetentum“. Denn dieses Bild, das ihnen dargeboten wurde, ist weder mit individueller Anstrengung noch mit Herrschaft zu erreichen. Ja, er war ein Prophet, er wurde mit dem Prophetentum beauftragt. Er erfüllte die Anforderungen seiner Pflicht, und der „Höchste Wille“, der ihn zum Propheten ernannt hatte, gab ihm jede Art der Unterstützung; als Resultat dessen entstand diese Szene. Während er aufgrund seines Status als Prophet aus der Stadt, in der er geboren und aufgewachsen war, vertrieben wurde, gewann er wiederum aufgrund seines Prophetentums in kurzer Zeit an Stärke und Anhängern, die ihm von Herzen verbunden waren, und kam, um Mekka zu erobern.
Muhammed (s.a.w.), der mit dem Segen des Prophetentums beauftragt wurde, welches nur den von Allah auserwählten geliebten Dienern zuteilwurde und nicht auf Wunsch erlangt werden kann, wurde als Barmherzigkeit für alle Welten gesandt. Die erste Manifestation dieser Barmherzigkeit war in dieser gläubigen Gesellschaft deutlich zu sehen. So kehrte der Prophet mit seinen Gefährten, die er aus der Dunkelheit der Dschahiliyyah herausführte und zu einer tugendhaften Gemeinschaft formte, nach Mekka zurück; zum großen Erstaunen der Polytheisten, die dies sahen. Diese erstaunliche Veränderung, die von Abu Sufyan zum Ausdruck gebracht wurde, war nicht die Herrschaft eines Führers, der viele Anhänger gewonnen hatte, die hinter ihm standen, sondern eine Manifestation der überlegenen Leistungen des Propheten, die sich aus seinen menschlichen Fähigkeiten und seiner Führungsqualität, unterstützt durch sein Prophetentum, ergaben.
Ungeachtet der unfassbaren Vorstellungen der Polytheisten über das Prophetentum, die die Wahrheit über das tatsächliche Prophetentum nicht akzeptieren konnten, wurde im heiligen Koran verkündet, dass der Prophet ein „Prophet“ ist und sofort im Anschluss daran erinnert, dass er ein sterblicher „Baschar“ (Mensch) ist. Während Muhammed (s.a.w.) der Gesandte Allahs war, war er auch gleichzeitig ein Mensch. Er war weder ein Engel noch ein Wahrsager oder ein Dichter, wie ihn die Polytheisten gerne gesehen hätten. Laut dem heiligen Koran war er „ein sterblicher Gesandter“. Diese Tatsache brachte der Prophet persönlich bei verschiedenen Gelegenheiten zum Ausdruck. So sagte er: „Ich bin ein Prophet, daran ist kein Zweifel!“, und ergänzte sofort im Anschluss: „Ich bin der Enkelsohn von Abdulmuttalib.“ Er betonte mit seinen Worten: „Übertreibt nicht, wenn ihr mich lobt, so wie die Christen es übertrieben haben, den Sohn der Maria (Jesus, a.s.) zu loben. Zweifelsohne bin ich der Diener Allahs. Deswegen nennt mich ‚Allahs Diener und Gesandter‘‘, dass er sowohl ein Prophet als auch ein Mensch ist. Und wieder betonte er, dass man ihm gehorchen muss, insbesondere in religiösen Angelegenheiten: „Ich bin nur ein Mensch; wenn ich euch etwas befehle, was eure Religion betrifft, dann folgt dem sofort. Aber wenn ich etwas befehle aus eigener Einstellung heraus, (dann vergesst nicht), ich bin auch nur ein Mensch.“
Er war ein Mensch, während er gleichzeitig ein Prophet war, der von seinem Schöpfer die Offenbarung erhielt. Dass er die Offenbarung empfing, war das wichtigste Merkmal, das den Propheten (s.a.w.) von den anderen Menschen unterschied. Der Vers: „Sprich: ‚Ich bin nur ein Mensch wie ihr. Mir ist offenbart worden, dass euer Gott ein einziger Gott ist‘“, legte diese Tatsache klar dar. Er war der letzte Prophet, den Allah Ta´ala aus Seinen Dienern auserwählt hat. Der Prophet (s.a.w.) gab folgendes, bescheidenes Beispiel für den Umstand, der letzte Prophet zu sein: „Der Vergleich zwischen mir und den anderen Propheten ist wie jemand, der ein Haus gebaut hat; er hat das Haus wunderschön gebaut und in einen tadellosen Zustand gebracht, aber an einer Stelle fehlt nur ein Ziegelstein, der eine Lücke hinterlassen hat. Die Menschen begehen dieses Haus, sind davon begeistert und sagen: ‚Wäre doch dieser Ziegelstein auch an seinem Platz.‘“ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) fuhr mit seinen Worten wie folgt fort: „Ich bin genau dieser Ziegelstein. Ich bin der Letzte (der Siegel) aller Propheten.“
Im Alter von vierzig Jahren begann mit der Offenbarung, die er erhalten und mit der er eine schwere Verantwortung auferlegt bekommen hatte, sein Prophetentum und seine Pflicht als Gesandter Allahs. Die Prophetenpflicht des Gesandten Allahs (s.a.w.) beschränkte sich nicht nur auf die Gesellschaft, zu der er gesandt wurde. Der Allmächtige Allah sandte ihn als Überbringer froher Botschaft und als ein Warner an alle Menschen. Aus diesem Grund wurde ein Buch wie der heilige Koran offenbart, das bis zum letzten aller Tage erhalten bleiben wird. Der Prophet (s.a.w.) sagte: „Den Propheten wurden Wunder gegeben, an die die Menschen ihrer Zeit glaubten. Das Wunder, das mir gegeben wurde, ist die Offenbarung (der heilige Koran), die Allah mir gegeben hat“, und wies damit auf diesen Aspekt des Prophetentums hin. Dieses Wunder unterschied sich von den verschiedenen Wundern anderer Propheten, die nur ihr Volk ansprachen. Der heilige Koran ist sowohl in seinen Worten als auch in seiner Bedeutung ein Wunder. In einer Gesellschaft, die für ihr Talent in Poesie und Literatur berühmt war, machte es die Menschen mit seinen Worten und seiner Bedeutung machtlos (ihn zu widerlegen). Und mit seiner Bedeutung, die ein Mittel dazu war, die Gesellschaft von materiellem und geistigem Schmutz zu reinigen und die Erlösung im Jenseits zu erlangen, wurde es zum Wunder, das bis zum Tag des Jüngsten Gerichts anhalten wird.
Der Schöpfer, der Seinen Propheten während seiner Pflichterfüllung als Prophet nicht alleine ließ, verkündet: „Wahrlich, Wir sandten die Ermahnung herab, und Wir wollen fürwahr ihr Bewahrer sein“, und kündigte so Seinem Gesandten an, dass Er den heiligen Koran, den Er gesandt hatte, persönlich beschützen wird. So war Allah Ta´alas Aufsicht und Schutz immer bei dem Propheten, während er seiner Pflichterfüllung nachkam. Aus diesem Grund war es ihm nicht möglich, eine herabgesandte Offenbarung zu verheimlichen, geschweige denn etwas Falsches zu sagen, wenn er eine Offenbarung verkündete oder erklärte. Seine Persönlichkeit war auch nicht darauf ausgerichtet. Noch bevor er Prophet wurde, war er in seinem Umfeld für seinen guten Charakter und seinen Mut bekannt und dafür, dass er nicht log und immer die Wahrheit sagte und zuverlässig war. Aus diesem Grund wurde er „al-Amin“ genannt. Natürlich wäre es für eine Person, der man schon vor dem Prophetentum niemals zugetraut hätte, zu lügen, nicht möglich, die Offenbarung, die sie von Allah erhalten hatte, unvollständig oder mit zusätzlichen Informationen zu übermitteln.
Die Verse: „Und hätte er einige von ihm ersonnene Aussprüche Uns zugeschrieben, dann hätten Wir ihn bei der Rechten erfasst; dann hätten Wir ihm die Herzader durchschnitten. Und keiner von euch hätte Uns von ihm abhalten können“, zeigen, wie akribisch der Prophet bei der Verkündigung der Offenbarung war. Tatsächlich sprach er nicht nach seinen eigenen Wünschen. Das, was er verkündete, war nichts anderes als die Offenbarung.
Einige der Gefährten sagten zu Abdullah b. Amr (r.a.), der bekannt dafür war, dass er jedes Wort, das er vom Propheten hörte, aufschrieb, um es auswendig zu lernen: „Schreibst du alles auf, was du hörst? Der Gesandte Allahs (s.a.w.) ist jedoch auch ein Mensch und spricht, wenn er wütend ist, sowie wenn er glücklich ist“, und hatten das Bedürfnis, ihn zu mahnen, nicht alles aufzuschreiben, was er höre. Als Abdullah (r.a.) jedoch den Propheten von dieser Abmahnung berichtete, zeigte der Prophet (s.a.w.) mit seinem Finger auf seinen Mund und sagte: „Schreib! Ich schwöre bei Dem, Der mein Leben in Seinen Händen hält, dass hieraus nichts außer der Wahrheit kommt.“
Es war auch undenkbar, dass der Prophet die Offenbarung verbergen würde, die er von seinem Schöpfer erhalten hatte. So verkündetet Allah, Der Allmächtige, sehr deutlich: „Oh du Gesandter! Verkünde alles, was von deinem Herrn auf dich hinabgesandt wurde. Wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht ausgerichtet.“ Aischa (r.a.) sagte, dass derjenige, der behauptet, dass der Prophet irgendetwas von Allahs Buch (von der Offenbarung) verheimlichen würde, lügen und somit Allah verleumden würde.
Allah, Der Allmächtige, beschützte Seinen Gesandten nicht nur in den Themen, die er verkündete, sondern auch in seinen Auseinandersetzungen mit den Polytheisten. Angesichts der Verleugnungen der Polytheisten und der hinterhältigen Kämpfe, die sie führten, verkündet Allah, Der Allmächtige: „So erwarte geduldig das Urteil deines Herrn; denn du stehst unter Unserer Obhut“, „Allah wird dich vor den Menschen beschützen“, und: „Und ohne Allahs Gnade und Barmherzigkeit gegen dich hätte ein Teil von ihnen gewiss versucht, dich irrezuführen. Aber sie führen nur sich selber irre, ohne dir das Geringste zu schaden“, und erinnerte ihn so daran, dass er immer unter der Aufsicht seines Herrn stand, und ermutigte ihn somit, seine Pflicht als Prophet mit all seiner Kraft fortzuführen, indem er seine Spiritualität und seinen Widerstand gegen Schwierigkeiten stärkte.
Unser Prophet, der unter der Aufsicht und dem Schutz seines Herrn seine Pflichten als Prophet erfüllte, hatte in seinem Kampf gegen die Polytheisten die göttliche Hilfe oftmals konkret erlebt. Diese Hilfen wurden in den Kriegen von Badr, Uhud, im Grabenkrieg (Handak), bei der Eroberung Mekkas, in der Hunayn-Schlacht und in den anderen Kriegen gegen die Polytheisten geleistet, manchmal in Form von unsichtbaren Heerscharen, manchmal durch einen starken Wind und manchmal mit der Angst, die sich plötzlich in die Herzen der Feinde einschlich. Allah, Der Allmächtige, ermutigte manchmal die Muslime, indem Er die Anzahl der Feinde kleiner erscheinen ließ, und manchmal unterstütze Er sie mit weiß gekleideten, mit bloßem Auge sichtbaren Kämpfern, die rechts und links neben Seinem Gesandten standen. Diese Hilfe veranlasste den Propheten jedoch nie zur Nachlässigkeit, im Gegenteil, er stelle immer seine eigene Kriegstaktik auf, indem er in seinen Kämpfen die notwendigen Maßnahmen ergriff. Nachdem er alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen hatte, hatte der Prophet (s.a.w.), der auf seinen Herrn vertraute, keinen Platz in seinem Herzen für Angst vor seinen Feinden oder für Pessimismus. Denn er wusste, dass sein Schöpfer immer bei ihm war.
Unter dieser göttlichen Aufsicht wurde der Prophet, der seine Pflichten als Prophet auf bestmögliche Weise erfüllte, auch vor den Sünden geschützt. Aufgrund seiner Stellung war es für ihn undenkbar, sich in ungeeignete Milieus zu begeben und verbotene Handlungen zu begehen. Die kleinen Fehler des Gesandten Allahs (s.a.w.), genannt „Zelle (gelesen: Selle)“, wurden jedoch sofort durch Allahs Eingreifen korrigiert. Der Prophet (s.a.w.) wurde zum Beispiel von Allah Ta´ala ermahnt, weil er, während er die Führer der Polytheisten zum Islam einlud, den blinden Gefährten Abdullah b. Umm Maqtum (r.a.) ignorierte, und auch die Ermahnung bekam, weil er nach Absprache mit seinen Gefährten, sich entschlossen hatte, die Gefangenen aus dem Badr-Krieg gegen Lösegeld wieder frei zulassen (ohne dass zuvor eine Offenbarung kam), zeigt, dass selbst die kleinsten Entscheidungsfehler des Propheten (s.a.w.) während seines Prophetentums von seinem Schöpfer korrigiert wurden.
Während seiner Zeit als Prophet lebte der Prophet den Islam bis ins kleinste Detail aus und wurde für seine Gefährten das beste Vorbild. So verkündete Allah Ta´ala: „In dem Gesandten Allahs habt ihr wirklich ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.“ Denn der Prophet (s.a.w.) befolgte die Befehle, die während seiner Gesandtschaft offenbart wurden, erst selber und vermied die verbotenen Handlungen. So wurde er mit seiner beispielhaften Persönlichkeit zum größten Vorbild göttlicher Offenbarung. Denn der göttliche Wille führte den Propheten (s.a.w.) für Muslime und die Muslime für andere Menschen, als Vorbild (Zeugen) auf.
Unser Prophet war während seiner Gesandtschaft im ständigen Bemühen, die göttliche Botschaft mit seiner Haltung und seinen Worten der Menschheit zu verkünden. So wurde ihm in den ersten Offenbarungen befohlen, zunächst seine Nächsten zu warnen. Der Gesandte Allahs (s.a.w.), der von Allah Ta´ala den Befehl empfing: „Und warne deine Verwandten!“, stieg auf den Hügel Safa und sprach zu den Mekkanern folgendermaßen: „Was sagt ihr! Würdet ihr mir glauben, wenn ich euch mitteilte, dass hinter diesem Berg Reiter warten (um gegen euch zu kämpfen)?“ Die Polytheisten antworteten: „Wir haben nie erlebt, dass du gelogen hast.“ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) erklärte ihnen seine Mission als Gesandter mit folgenden Worten: „So (wisset), dass ich ein Warner bin, der zu euch (gesandt worden ist), um euch vor einer schrecklichen Strafe zu warnen.“
Unser Prophet (s.a.w.) erklärte dies seinen Gefährten an folgendem Beispiel: „Mein Status und der Status der Aufgabe, die mir von Allah gegeben wurde, ist, wie der von jemandem, der zu seinem Stamm geht und sagt: ‚Ich habe die feindliche Armee mit eigenen Augen gesehen. Ich bin ein offener Warner. Lauft sofort weg und rettet euch!‘ Ein Teil seines Stamms hört auf ihn und flüchtet leise des Nachts; der andere Teil hört nicht auf ihn und bleibt bis zum nächsten Tag. Die feindliche Armee kam des Morgens und vernichtete sie. Dies ist das Beispiel derjenigen, die mir folgen und sich dem unterordnen, was ich überbracht habe, und denen, die sich mir widersetzen und die Wahrheit, die ich überbrachte, verleugnen.“
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) verglich diejenigen, die nicht an ihn glaubten und ihm nicht folgten, mit denjenigen, die vom Feind vernichtet wurden. Diejenigen, die ihm nicht gehorchten, konnten wahrlich das Glück weder im Diesseits noch im Jenseits erreichen. Weil der Gehorsam gegenüber dem Gesandten Allahs (s.a.w.) gleichzeitig Gehorsam gegenüber Allah Ta´ala bedeutet. Der Prophet sagte: „Wer mir gehorcht, gehorcht Allah; wer sich gegen mich auflehnt, lehnt sich gegen Allah auf”, und wies damit auf diese Tatsache hin, und kündigte seinen Gefährten die frohe Botschaft an, dass alle diejenigen, die ihm von seiner Ummah (Glaubensgemeinschaft) gehorchen, ins Paradies kommen werden. Außerdem sagte er: „Ich schwöre bei Allah, in Dessen Händen das Leben Muhammeds liegt, dass, wenn ein Jude oder Christ aus dieser Gesellschaft (Arabern) stirbt, ohne an die Religion zu glauben, die ich gebracht habe und von der sie gehört haben, sie mit Sicherheit in die Hölle kommen werden“, und berichtete so über das schlechte Schicksal derer, die ihm nicht folgen. Und auch Allah, Der Allmächtige, verkündet: „Wer dem Gesandten gehorcht, gehorcht Allah. Doch wer den Rücken kehrt – Wir haben dich nicht als ihren Aufpasser entsandt“, und betont, dass Er den Gehorsam gegenüber Seinem Propheten als Gehorsam gegenüber sich selbst bewertet, und dass die Aufgabe des Propheten nicht sei, ein Wächter über diejenigen zu sein, die ihm nicht gehorchen, und er sie nicht zwingt, den Islam anzunehmen. Ein anderer Vers berichtet, dass der Prophet nicht für diejenigen verantwortlich gemacht wird, die in die Hölle kommen. Denn ein Prophet hat nur die Verpflichtung, die göttliche Offenbarung zu verkünden. Die Rechtleitung beruht nur auf dem göttlichen Willen, und der allmächtige Schöpfer erklärte Seinem Gesandten, dass Er die grausamen, ungläubigen und frevelhaften (sündhaften) Gesellschaften nicht rechtleiten wird. Unser geliebter Prophet (s.a.w.) wurde nicht als Wächter über ungehorsame Menschen gesandt, sondern als „Warner“ für Leugner/Ungläubige/Polytheisten, die auf ihrem Unglauben beharren, und als „freudiger Bote“ für die Gläubigen. Mit dem Vers: „Oh Prophet! Wir haben dich entsandt als Zeugen, Freudenboten und Warner. Und als einen, der mit Seiner Erlaubnis zu Allah einlädt, und als ein leuchtendes Licht“, erklärte der allmächtige Schöpfer umfassend die Aufgaben der Gesandtschaft des Propheten: Vorbild, Freudenbote, Warner, Einlader, ein erleuchteter und erleuchtender Prophet …
Der Prophet (s.a.w.), der mit seinem Leben das Muslim-Sein auf schönste Weise verkörperte, lud auf den Befehl: „Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise“, einerseits die Gottesleugner mit sanften Worten zum Islam ein und andererseits verkündete er den Gläubigen die Offenbarungen, die er von Allah Ta´ala erhalten hatte. Der Prophet (s.a.w.) beließ es nicht nur dabei, seinen Gefährten die Koranverse zu verkünden, sondern erklärte diese Verse auch auf eine Weise, die sie verstehen konnten. Diese Aufgabe drückt Allah, Der Allmächtige, mit folgendem Vers aus: „(Wir entsandten sie – die Propheten) mit den deutlichen Beweisen und göttlichen Schriften. Und dir offenbarten Wir den Koran, damit du den Menschen erklärst, was ihnen hinabgesandt wurde, sodass sie es bedenken.“
Unser Prophet (s.a.w.) verglich die Rechtleitung, die Allah Ta´ala mit ihm geschickt hatte, mit dem Regen: „Die Rechtleitung, die Allah mit mir geschickt hat, und das Wissen, ähneln dem reichlichen Regen, der auf das Land (mit unterschiedlicher Beschaffenheit) fällt. Einige davon sind sauber, nehmen Wasser auf und lassen reichlich Pflanzen und Kräuter wachsen. Manche sind trocken, sie halten das Wasser (auf ihrer Oberfläche). Von diesem Wasser profitieren die Menschen. Sie trinken selber davon, tränken ihr Vieh damit und betreiben Landwirtschaft. Und es gibt eine Art von Boden, der karg ist. (Auch auf ihn fällt Regen) Er hält weder das Wasser, noch ist er fruchtbar. Dies ist das Beispiel einer Person, die die Religion Allahs gründlich versteht, die von dem profitiert, was Allah mit mir an (Rechtleitung und Wissen) geschickt hat, die lernt und lehrt; und einer Person, die (wenn sie davon hört, vor Hochmut) nicht einmal ihren Kopf erhebt und die Rechtleitung, mit der ich geschickt wurde, nicht akzeptiert.“
Unser Prophet (s.a.w.) erklärte seinen Gefährten nicht nur den heiligen Koran, sondern spielte auch eine aktive Rolle beim Erlassen neuer Bestimmungen zu Themen, die nicht im heiligen Koran zu finden waren. So wurde dieser Aspekt im edlen Koran wie folgt ausgedrückt: „Jene, die dem Gesandten, dem des Lesens und des Schreibens unkundigen Propheten, folgen werden, über den sie bei sich in der Thora und dem Evangelium geschrieben finden: Gebieten wird er ihnen, was Rechtens ist, und das Unrechte verbieten, und wird ihnen die guten (Speisen) erlauben und die schlechten verbieten.“ Einerseits fällte der Prophet (s.a.w.) neue Urteile über neue Angelegenheiten, mit denen er konfrontiert war, und andererseits war er Richter für die Muslime und ihre Streitigkeiten. Es war unbedingt erforderlich, seine Bestimmungen einzuhalten: „Aber nein, bei deinem Herrn, sie werden nicht eher glauben, als bis sie dich zum Richter über ihre Streitigkeiten einsetzen und dann in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden und sich in Ergebenheit fügen“, und der Vers: „Wenn Allah und Sein Gesandter eine Sache entschieden haben, geziemt es einem gläubigen Mann oder einer gläubigen Frau nicht, in ihren Angelegenheiten eine andere Wahl zu treffen. Und wer gegen Allah und Seinen Gesandten aufsässig wird, der ist in offenkundigem Irrtum“, betont den prophetischen Einfluss des Propheten auf die Gläubigen.
Die Autorität des Propheten (s.a.w.) basierte nicht auf der Tatsache, dass er ein Anführer war. Es gab keinen großen Unterschied zwischen seinem Leben, nach dem er ein Anführer geworden war, und seinem Leben, nach dem er den islamischen Staat gegründet hatte und regierte. Selbst nach der Gründung eines islamischen Staates wollte der Prophet (s.a.w.) – der sich nicht Übertreibungen und Luxus hingab, der ein bescheidenes Leben angenommen hatte – nicht, dass sein Staat sich in eine Prachtherrschaft verwandelte. Er wollte von seinem Schöpfer, dass Er ihn zu einem „Diener, der ein Prophet ist“ macht, anstatt zu einem „König, der ein Prophet ist“. Denn er betrachtete die Barmherzigkeit Allahs und den Segen bei Allah, den vergänglichen weltlichen Gaben überlegen.
Seine Entscheidung, ein „Diener Allahs, der ein Prophet ist“ zu sein, lag daran, dass er es vorzog, sich von dem prunkvollen Überfluss des König-Seins fernzuhalten. Es bedeutete aber nicht die vollständige Ablehnung der Führung. Tatsächlich verbrachte er sein Leben in der Medina-Zeit als Anführer und Befehlshaber sowie als Prophet, aber er wollte nie ein luxuriöses und prunkvolles Leben wie andere Könige führen. Unser Prophet (s.a.w) war auch in diesem Aspekt seines Lebens das beste Vorbild für die Gläubigen, und ging in die Geschichte der Menschheit mit goldenen Buchstaben ein als ein einzigartiges Beispiel der edlen Moral.
Der Prophet (s.a.w.), der die Offenbarung, die er während seiner dreiundzwanzig Jahre langen Zeit als Prophet verkündet hatte, entfernte die Spuren der Dschahiliyyah (Unwissenheit) in der Gesellschaft, die er durch seine Pflicht als Rechtleiter mit den Gläubigen bildete, reinigte sie von jeglichem materiellen und spirituellen Schmutz und schuf so mit den sozialen Veränderungen die ideale Gemeinschaft. Dass er so eine Gesellschaft etablierte, wird von einigen Gelehrten als: „Wenn er keine anderen Wunder als seine Gefährten gehabt hätte, wären sie Beweis genug gewesen, um sein Prophetentum zu beweisen“, kommentiert. Es war ihm natürlich nur mit der Prophetenpflicht, die er von Allah Ta´ala erhielt, möglich, seine Gefährten aus dem Sumpf der Dschahiliyyah zu befreien und sie zu einer vorbildlichen Gemeinschaft zu formen.