3. Bölüm
DER AUSERWÄHLTE DIENER ALLAHS
Zwischen einem Ansar und Zubayr b. Awwam (ra.) gab es einen Streit über die Nutzung der Wasserkanäle, die die Dattelbaumgärten in der Region Harra bewässerten. Das Wasser, das durch diese Wasserkanäle floss, floss erst durch den Garten von Zubayr und gelangte dann in den Garten des Medinensers. Dieser Mann sagte zu Zubayr: „Lass das Wasser kommen.“ Doch Zubayr akzeptierte dies nicht und so trugen sie die Streitigkeit dem Propheten vor. Unser Prophet (s.a.w.) sagte: „Zubayr! Bewässere du als Erster, dann lass das Wasser zu deinem Nachbarn fließen.“ Als der Mann dies hörte, sagte er: „Du hast ihm den Vorzug gewährt, weil er der Sohn deiner Tante ist“, und zeigte so seinen Missmut. Auf diese Aussage des Mannes hin änderte sich die Gesichtsfarbe des Gesandten Allahs (s.a.w.) und er sagte: „Zubayr! Bewässere du. Halte das Wasser, bis das Wasser die Grenze (die aus den Wurzeln der Dattelbäume besteht) erreicht hat und lass es erst danach (weiterfließen).“ Zubayr sagte, dass nach diesem Vorfall folgender Vers offenbart wurde: „Aber nein, bei deinem Herrn, sie werden nicht eher glauben, als bis sie dich zum Richter über ihre Streitigkeiten einsetzen und dann in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden und sich in Ergebenheit fügen.“
Wie an diesem Vorfall zu sehen ist, werden Streitigkeiten zwischen den Menschen dem Propheten vorgetragen und eine Lösung gemäß seine Entscheidung gefunden.
Bei dem Streit zwischen Zubayr und dem Medinenser über die Bewässerung der Dattelbäume wollte der Gesandte Allahs, dass Zubayr Reife zeigt und das Wasser für den Garten seines Nachbarn freigibt, wobei er auf seinen Anspruch verzichten sollte, das Wasser bis zu einem bestimmten Niveau steigen zu lassen. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) nahm allerdings dem Ansar die Reaktion übel und befahl Zubayr, sein Recht in vollem Umfang auszunutzen. Der Vers, der anlässlich dieses Vorfalls offenbart wurde, zeigt, dass die fragliche Reaktion des Medinensers mehr als nur ein respektloses Gebaren war, sondern vielmehr ein Aspekt, der den Glauben an den Propheten und die Ergebenheit ihm gegenüber infrage stellt. Denn derjenige, dem hier widersprochen wurde, mit dem Gedanken, die Entscheidung sei ungerecht, ist nicht irgendein gewöhnlicher Mensch, sondern der letzte Gesandte Allahs. Die Tatsache, dass der Einwand gegen die Worte und Vorgehensweisen des Propheten ein Glaubensdefizit darstellt, zeigt zweifellos seine hohe Stellung und Wert bei Allah.
In vielen Versen wird der Glaube an den Propheten im Zusammenhang mit dem Glauben an Allah erwähnt. Zweifellos erfordert der Glaube an Allah auch den Glauben an Seien Propheten, und das Bezeugen dieses Glaubens schließt die Erwähnung seines Namens ein. Auch der Gesandte Allahs (s.a.w.) erklärte mit den Worten, die sein geliebter Onkel Abbas (r.a.) von ihm überlieferte, dass der Glaube nur mit der Bestätigung seines Prophetentums vollständig ist: „Derjenige, der Allah als seinen Schöpfer, Islam als seine Religion und Muhammed als seinen Propheten von Herzen akzeptiert, der wird Freude am Glauben empfinden.“
Das Prophetentum Muhammeds (s.a.w) von ganzem Herzen zu bestätigen, ihn mehr als alles andere zu lieben, ist eine Notwendigkeit des Glaubens. Laut einer Überlieferung von Anas b. Malik (r.a.) machte der Gesandte Allahs wie folgt auf dieses Thema aufmerksam: „Wer mich nicht mehr liebt als seinen Vater, sein Kind und als alle anderen Menschen, der wäre nicht gläubig.“ Allah, Der Allmächtige, befahl den Gläubigen, dem Propheten Liebe und Respekt entgegenzubringen, und erinnerte daran, wie sehr Er ihn schätzte und wie sehr Er das Ansehen Muhammeds (s.a.w.) erhöhte: „Siehe, Allah und Seine Engel segnen den Propheten. Oh ihr, die ihr glaubt! Sprecht den Segenswunsch für ihn und grüßt ihn mit dem Friedensgruß.“ Während der Segenswunsch der Engel für den Gesandten Allahs (s.a.w.) ihr Bittgebet (Dua´), ihre Glückwünsche und ihr Lob zum Ausdruck bringt, muss der Segenswunsch Allahs eine Auszeichnung, Barmherzigkeit und eine Ehre sein, deren wahre Dimension und Beschaffenheit wir nicht vollständig erfassen können. Während Allah Ta´ala den Gläubigen die Aufgabe erteilt, dem Propheten (s.a.w.) den Segenswunsch zu entrichten, bewertet Er es als eine Notwendigkeit des Glaubens, ihn zu rühmen. Der Glaube an Allah Ta´ala ist ein Anspruch Seiner Herrlichkeit und den Segenswunsch und Grüße an Seinen Gesandten zu richten ist eine Notwendigkeit des Gehorsams und der Anbetung, die Allah gegenüber zu leisten sind. So wird im edlen Koran, das Gedenken Allahs im Zusammenhang mit dem Respekt gegenüber Seinem Gesandten erwähnt. Allah Ta´ala wertet, aufgrund seiner Wertschätzung bei Ihm, die Respektlosigkeit gegenüber Seinem Propheten, wie eine Respektlosigkeit Ihm selbst gegenüber, und Er verkündet: „Und wenn du sie fragst, wahrlich, dann sagen sie: ‚Wir schwätzten und scherzten doch nur.‘ Sprich: ‚Verspottet ihr etwa Allah und Seine Botschaft und Seinen Gesandten?‘“ Ebenso wies Allah, Der Allmächtige, der weder auf Hilfe noch Unterstützung angewiesen ist und alle Macht und Herrschaft besitzt, darauf hin, dass Er die Hilfe und Unterstützung, die Seinem Gesandten entgegengebracht wird, als eine Hilfe sich selbst gegenüber bewertet: „Oh ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr Allah helft, wird Er euch helfen und eure Schritte festigen.“ Der Ausdruck in diesem Vers: „Wenn ihr Allah helft“, wurde als Hilfe für Seine Religion und Seinen Gesandten interpretiert.
Der Wert, der dem Gesandten Allahs (s.a.w.) entgegengebracht wird, beweist, dass der Gehorsam ihm gegenüber nicht unabhängig ist von dem Gehorsam gegenüber Allah Ta´ala, und die Ergebenheit ihm gegenüber untrennbar verbunden ist mit der Ergebenheit gegenüber Allah Ta´ala, und dass diese untrennbaren Bestandteile des Glaubens an Allah Ta´ala sind. So heißt es in einer Überlieferung von Abu Hurayra (r.a.), dass der Gesandte Allahs Folgendes sagte: „Wer mir gehorcht, gehorcht Allah. Wer sich gegen mich auflehnt, lehnt sich gegen Allah auf.“ Der Weg zu Allah führt über den Weg, sich Seinem Gesandten zu unterwerfen, seinen Worten zu gehorchen und sich seinen Verkündungen von ganzem Herzen zu ergeben. „Sprich: ‚Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. Dann wird euch Allah lieben und euch eure Sünden verzeihen; denn Allah ist verzeihend und barmherzig“, dieser Vers verkündet einerseits, dass unserem Propheten (s.a.w.) zu gehorchen ein Indiz und Beweis dafür ist, Allah Ta´ala zu lieben, und andererseits, dass dies die Bedingung für Vergebung, Reinigung von den Sünden und die Erlangung der Liebe Allahs ist. Dass der allmächtige Schöpfer Seine Liebe und Barmherzigkeit für Seine Diener an die Bedingung knüpft, Seinem Propheten zu folgen, zeigt deutlich die Größe seiner Wertschätzung bei Ihm und den Vorzug, den Er ihm gewährt. Ein weiterer Vers, der den Gehorsam gegenüber den Propheten gleichsetzt mit der Einhaltung der Grenzen Allah Ta´alas und demnach diesen auch mit dem Gehorsam Allah gegenüber gleichsetzt, ist folgender: „Dies sind Allahs Anordnungen. Und wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht, den führt Er in Gärten ein, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen; und dies ist die große Glückseligkeit.“
Wie aus den Versen des edlen Korans ersichtlich wird, bedeutet die Auflehnung gegen den Propheten (s.a.w.) in gewissem Sinne, die Grenzen Allahs zu überschreiten. Sich Seinem Propheten zu widersetzen bedeutet auch, sich Allah zu widersetzen. Seinen Propheten zu bekriegen bedeutet, Allah den Krieg zu erklären. Die Verkündungen des Propheten sind die Verkündungen Allahs. Ein Verbot des Propheten ist wie ein Verbot Allahs. Wenn der Prophet (s.a.w.) von den Gaben Allahs gibt, dann ist es so, als ob Allah diese gibt. Dem Propheten die Treue zu schwören bedeutet, Allah die Treue zu schwören. An und für sich heißt es: „Wer dem Gesandten Allahs gehorcht, der gehorcht Allah.“ Denn er sprach nicht nach seinem eigenen Ermessen, sondern das, was er sagte, war entweder eine Offenbarung von Allah oder er stand währenddessen unter der Kontrolle der Offenbarung. Naturgemäß ist es für die Gläubigen eine Notwendigkeit des Glaubens, den Worten des Gesandten Allahs (s.a.w.) zu folgen und sich von dem fernzuhalten, was er verboten hat.
Als er vierzig Jahre alt war, wurde er von Allah zum Propheten ernannt und Er sandte ihm Seine Offenbarungen, womit der Wert die Überlegenheit des Propheten (s.a.w.) bei Allah bestätigt wurde. Er war nicht der Vater von irgendeinem von ihnen, er war der Letzte der Propheten, er war „Hatam al-Anbiya“. Als Allah, Der Allmächtige, Muhammed (s.a.w.) als Propheten sandte, erteilte Er ihm wichtige Aufgaben und stattete ihn deshalb auch mit großen Befugnissen aus. Hiernach war er nicht mehr eine Person, die sich in verlassene Höhlen zurückzog und sich Nächte lang in Andacht und Gebet vertiefte, der sein Herz reinigte, sondern er war nun gleichzeitig ein Einlader, der der ganzen Menschheit die göttliche Offenbarung verkündete, sie erläuterte und sie Dinge lehrte, die sie über das individuelle und gemeinschaftliche Leben nicht wussten.
Seine Hauptaufgabe war es, die Offenbarung, die er bekam, den Menschen zu vermitteln und zu erklären. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) gab erklärende Informationen über die Verse, die auf viele Themen wie Ehe, Scheidung, Erbe, Erlaubtes/Verbotenes (Halal/Haram) und Handel sowie Gottesdienst/Glaubenspraxis hinwiesen. Obwohl zum Beispiel aus dem Vers: „Allah hat den Kauf erlaubt, aber Zinsnehmen verboten“, hervorgeht, dass alle Arten des Handels erlaubt sind, hat unser Prophet (s.a.w.) den Verkauf von Schweinefleisch und Alkohol verboten und setzte somit einige Grenzen.
Allah gab Seinem Gesandten - neben der Aufgabe und Befugnis, die Befehle und Verbote, die sich im edlen Koran befinden, zu erklären - auch die Autorität, Regeln für einige Themen festzulegen, die nicht im Koran enthalten sind: „Gebieten wird er ihnen, was rechtens ist, und das Unrechte verbieten, und wird ihnen die guten (Speisen) erlauben und die schlechten verbieten. Und er wird ihnen ihre Last und die Fesseln, die ihnen angelegt waren, abnehmen.“ Dieser Vers deutet sowohl auf seine Verantwortung als auch auf seine Befugnisse hin. Allah, Der Allmächtige, teilte mit dem Vers: „So erwarte geduldig das Urteil deines Herrn; denn du stehst unter Unserer Obhut. Und lobpreise deinen Herrn, wenn du aufstehst“, mit, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.) direkt unter der Obhut der göttlichen Verfügung stand.
Unser Prophet (s.a.w.) handelte sicherlich nach seiner persönlichen Meinung in Fällen, in denen er nicht von der Offenbarung geleitet wurde. Laut der Aussage von Umm Salama (r.a.) kamen zwei Männer zum Propheten, da sie sich wegen des Erbes und verschwundenen Eigentums stritten. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte daraufhin: „Ich entscheide über Themen, über die ich nichts (offenbart) bekam, nach eigenem Urteil.“ Die Richtigkeit der persönlichen Urteile des Propheten war zweifelsohne nicht gleich wie bei anderen Menschen. So stellte Umar (r.a.) zum Beispiel eines Tages, als er auf der Kanzel sprach, diese Tatsache wie folgt fest: „Oh ihr Menschen! Raʾy (persönliche Meinung und Ansicht) ist nur dann richtig, wenn es dem Gesandten Allahs gehört. Denn Allah Ta´ala (selbst) zeigte ihm (die Wahrheit) auf. Unser Raʾy jedoch besteht aus intellektueller Anstrengung und eigener Vermutung (die wir an den Tag legen, um im Rahmen der eigenen Möglichkeiten, das Richtige zu finden.)“
Allah, Der Allmächtige, beauftragte den Propheten (s.a.w.), sowohl die innere Welt der Menschen zu erleuchten, sie von ihren Sünden zu reinigen, als auch der Gesellschaft beizubringen, für das Gute einzustehen und das Gute vorherrschen zu lassen. Mit all diesen Aspekten war er eine Barmherzigkeit für alle Welten. Während er den Menschen den Weg zur Barmherzigkeit zeigte, war er die Barmherzigkeit höchstpersönlich. Diese Barmherzigkeit umgarnte sogar jene, die um Bestrafung baten. Beispielsweise betete Abu Dschahl, angesichts dessen, was der Gesandten Allahs (s.a.w.) verkündete: „Oh Allah, wenn dies eine Wahrheit ist, die von dir kommt, dann lass vom Himmel Steine auf uns herabregnen oder peinige uns mit der schlimmsten Strafe.“ Daraufhin wurden die folgenden Verse offenbart: „Allah aber wollte sie nicht strafen, während du unter ihnen warst. Auch wollte Er sie nicht strafen, solange sie Ihn um Verzeihung zu bitten pflegten. Nichts aber steht dem im Wege, dass Allah sie dafür bestraft, dass sie andere von der unverletzlichen Moschee abhalten, ohne deren Schutzherren zu sein. Fürwahr, ihre Schutzherren können nur die Gottesfürchtigen sein. Jedoch weiß es die Mehrzahl von ihnen nicht.“ Diejenigen, die in dem Vers als diejenigen erwähnt werden, die um Verzeihung bitten, waren die Gläubigen, die sich immer noch unter den Polytheisten in Mekka befanden, als der Prophet nach Medina auswanderte.
Sein „Rabb“ (Schöpfer/Herr) hielt ihn immer unter Seiner Obhut. Dies war von Anfang an der Fall. Sein Rabb hat ihn wohlbehütet, als er noch ein Waisenkind war, und ihm den Weg gezeigt, als er auf der Suche war, und ihn reich gemacht, als er bedürftig war. Sein Vater starb, als seine Mutter im sechsten Monat mit ihm schwanger war, und er wurde zum Waisen. Als dann auch noch seine Mutter starb, als er sechs Jahre alt war, war er ganz alleine. Während: „Fand Er dich nicht als Waise und nahm dich auf?“, verkündet wurde, wurde auch angedeutet, dass er wie ein „Durr-i Yatim“ (eine einzigartige Perle) war. Er war nicht nur ein Kind, das großgezogen wurde, sondern auch ein großartiges moralisches Vorbild und ein Einlader und ein Verkünder der freudigen Botschaft, der die Menschheit zur Errettung einlädt. Deshalb war er immer unter der Obhut Allah Ta´alas, der Seinen Propheten immer vor den Schäden der Menschen beschützte. Mit Seiner Hilfe und Seiner Barmherzigkeit schütze Er ihn vor den Irreführungen der Menschen. Ihm − und stellvertretend über seine Person allen Gläubigen − wurde geraten, sich dem göttlichen Willen zu ergeben. Der Vers: „So erwarte geduldig das Urteil deines Herrn; denn du stehst unter Unserer Obhut. Und lobpreise deinen Herrn, wenn du aufstehst“, war nur einer dieser Eingebungen.
Der Gesandte Allah (s.a.w.) beschrieb einmal seine privilegierte Position unter allen Geschöpfen mit den folgenden Sätzen: „Ich bin derjenige, der als Erster wieder erschaffen und dem ein Kleid von den Kleidern des Paradieses angezogen wird. Dann werde ich rechts vom Thron Allahs stehen. Unter den Geschöpfen gibt es niemanden, der an dieser Stätte stehen kann, außer mir.“ Was hier mit dem „rechts vom Thron Allahs stehen“ symbolisiert wird, ist die Nähe des Propheten (s.a.w.) zu Allah. Dies ist keine räumliche Nähe, sondern eine Metapher bezüglich seines Ansehens und Wertes bei Allah Ta´ala. Dies ist zweifellos der höchste Rang, das „Makam-ı Mahmud“. Dies ist der Segen, den der Prophet (s.a.w.) im Gegenzug dafür bekam, dass er es vorzog, ein Diener Allahs zu sein, ein Ergebnis seines Wunsches und seiner Leidenschaft, ein Diener Allahs zu sein. Anhand des Verses: „Und verbringe einen Teil der Nacht wach im Gebet, als (nur dir auferlegter) freiwilliger Gottesdienst. Vielleicht erweckt dich dein Herr zu einem erhabenen Rang“, sehen wir, wie diese Tatsache klar zum Ausdruck gebracht wird.
Als Allah Ta´ala den Propheten (s.a.w.) anbot, zwischen den weltlichen Gaben und denen (jenseitigen Gaben) bei Allah zu wählen, zögerte er nicht, die bei Allah zu wählen. Es waren noch fünf Tage bis zu seinem Ableben. Er sagte: „Ich hüte mich davor, dass ich einen von euch zum Freund nehme (und dass dadurch eine zweite Freundschaft neben der Freundschaft Allahs entsteht). Denn Allah, Der Allmächtige, machte mich zu Seinem Freund, wie er Abraham zu Seinem Freund machte.“ Sein letzter Satz war auch: „Zu Allah! Zum ‚Refîk-i Aʿlâ‘ (zum höchsten Freund)!” Allah Ta´ala nannte ihn Ahmad und kündigte seine Ankunft mit Jesus (a.s.) Aussagen den Israeliten an. Um es mit den Worten des Prophetendichters Hassan b. Sabit (r.a.) zu sagen: „Allah erwähnte Seinen Namen zusammen mit dem Namen unseres Propheten.“ Allah glorifizierte den Namen und das Ansehen Seines letzten Propheten (s.a.w.). Diese göttliche Unterstützung und Fürsorge für ihn werden eindrucksvoll wie folgt ausgedrückt: „Haben Wir dir nicht die Brust geweitet und deine Last von dir genommen, die so schwer auf deinem Rücken lastete? Und (haben Wir dir nicht) dein Ansehen erhöht?“
Unser Prophet (s.a.w.) wich nicht von seinem Ziel ab und erfüllte wie die vor ihm gesandten Propheten seine Verkündungspflicht auf die schönste Weise. Zweifelsohne waren alle Gesandten Allahs in Bezug auf ihr Prophetentum gleich. Der Vers: „[…] und wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten […]“, weist auf das Bekenntnis hin, das von Muslimen als Voraussetzung ihres Glaubens verlangt wird. Während der Gesandte Allahs (s.a.w.), der das letzte Glied in der Kette der Propheten ist, erklärte, dass er sich von allen anderen Propheten, die jeweils zu ihrer eigenen Gemeinde gesandt wurden, darin unterscheidet, dass er zu der gesamten Menschheit gesandt wurde, und sagte: „Keinem Gottesdiener schickt es zu sagen: ‚Ich bin besser als Yunus b. Metta (a.s.) (Jonah, der Prophet)‘“, und erklärte, dass alle Propheten in Bezug auf ihres Prophetentums bei Allah gleich sind. Zudem werden im edlen Koran Propheten, die „geduldig und standhaft (Ulu al-Azm)“ waren, erwähnt: „(Oh Muhammed) So gedulde dich, wie die Standhaften unter den Gesandten sich geduldet hatten.“ Dieser Vers beinhaltet auch ein Hinweis darauf, dass der Gesandte Allahs ebenfalls einer der erwähnten und gelobten Propheten (Ulu al-Azm) ist.
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) erfüllte seine Pflicht mit großer Zielstrebigkeit und Entschlossenheit. In seiner Abschiedspredigt bat er die Menschen, dies zu bezeugen, und er selbst zeigte diesbezüglich Allah als Zeugen auf. Allah ist dessen Zeuge und mit ihm zufrieden. Und auch er war mit seinem Rabb zufrieden. Er ist derjenige, der an dem Tag (des Jüngsten Gerichts) sprechen wird, an dem Tag, an dem das Sprechen niemandem erlaubt sein wird, außer denen, denen es der Allbarmherzige Allah erlaubt. Er ist es, der als Fürsprecher der Menschen fungieren und den Menschen die frohe Botschaft verkünden wird, wenn sie alle schon die Hoffnung verloren haben. Denn sein Rang ist der „Höchste“, der „Maqam-i Mahmud“.