18. Bölüm
DER MIT KINDERN UND JUGENDLICHEN BEFREUNDETE PROPHET
Aqra b.Habis (r.a.) war der Stammesführer der Tamim und hatte unter den Arabern eine wichtige Position inne. In der Dschahiliyyah-Zeit fungierte er bei Streitfällen als Richter und urteilte, so gut er konnte, mit Gerechtigkeit. Aqra, der vor der Eroberung Mekkas bereits Muslim war, versuchte nach Möglichkeit, Wissen über den Islam zu erlangen. Was er einmal zum Propheten sagte, zeigt, dass Aqra in seinem liebevollen Verhalten zu Kindern und in seiner Nachsicht mit ihnen Mängeln aufwies. Aqra sah eines Tages den Gesandten Allahs (s.a.w.) sein Enkelkind Hasan küssen und sagte: „Ich habe zehn Kinder. Ich habe keines von ihnen je geküsst.“ Der Prophet äußerte daraufhin: „Wer keine Barmherzigkeit zeigt, der erfährt auch selbst keine Barmherzigkeit“, und deutete damit an, dass Aqra diesen seinen Fehler beheben sollte. Denn eines der wichtigsten Prinzipien des Gesandten Allahs (s.a.w.) war, den Kleineren Liebe und Barmherzigkeit zu schenken.
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) liebte die Kinder sehr. Letztendlich wurde er als Segen für alle Welten gesandt und die Liebe zu den Kindern ist ein Indiz für das Erbarmen, das Allah Ta´ala in die Herzen der Menschen gewährt hat. Ein Nomade kam zum Propheten und sagte: „Küsst ihr die Kinder? Wir küssen sie nicht (nie).“ Daraufhin entgegnete der Prophet: „Was kann ich tun, wenn Allah aus eurem Herzen die Barmherzigkeit genommen hat?“
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) zeigte seine Liebe zu den Kindern, indem er gelegentlich für sie Bittgebete sprach, er sie manchmal umarmte und küsste und zeitweise sie auf seinem Schoß sitzen ließ. Wie auch Usama b. Zayd (r.a.) überlieferte, ließ der Gesandte Allahs (s.a.w.) ihn auf einem seiner Knie und Hasan (r.a.) auf dem anderen Knie sitzen, umarmte sie und sprach für sie folgendes Bittgebet: „Oh Allah, mögest Du zu diesen beiden barmherzig sein! Ich behandle sie auch mit Barmherzigkeit!“ Er schenkte den Kindern viel Aufmerksamkeit, indem er sie gelegentlich auf sein Reittier nahm, auf seinen Schultern trug, ihre Wangen streichelte und sogar mit ihnen scherzte.
Ummu Sulaym (r.a.), die unter den medinensischen Frauengefährten für ihre Frömmigkeit, Intelligenz und ihren Mut bekannt war, kehrte nach Medina zurück, nachdem sie selbst an der Schlacht von Hunayn teilgenommen hatte, und gebar dort (in Medina) einen Jungen. Sie gab das Baby ihrem anderen Sohn Anas und schickte ihn zum Propheten. Der Gesandte bat um eine Dattel, kaute sie und gab sie (den Brei) in den Mund des Babys. Als das Baby die Dattel kostete, seine Zunge und Lippen bewegte, sagte er: „Schaut, wie der Ansar die Dattel mag!“, und gab dem Baby den Namen Abdullah. Nachdem Mekka erobert worden war, fingen die Mekkaner an, ihre Kinder scharenweise dem Gesandten zu bringen. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) sprach auf der einen Seite Bittgebete für sie aus, damit sie ein segensreiches Leben hatten, auf der anderen Seite zeigte er seine Liebe zu den Kindern, indem er ihre Köpfe streichelte.
Der Gesandte des Erbarmens erfreute die Kinder, indem er sie auf sein Reittier nahm. Abdullah b. Dschaʾfar (r.a.), Usama b. Zayd (r.a.) und Fadl b. Abbas (r.a.) gehörten zu den Kindern, bzw. Jugendlichen, die er auf sein Reittier nahm und mit ihnen reiste. Diese Handlung des Propheten gefiel den Kindern so sehr, dass sie sehnsüchtig darauf warteten, bis er aus den Feldzügen zurückkam, und sie wetteiferten darin, ihn zu empfangen. Der Gesandte nahm eines der Kinder auf die vordere Seite seines Reittiers und eines auf die Rückseite, womit er ihnen Freude in ihren Herzen bereitete.
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) streichelte manchmal die Wangen der Kinder, wodurch er ihnen seine Liebe zeigte. Sein Streicheln war für die Kinder ein Grund für Stolz und trug einen unvergesslichen Wert mit sich. Sie teilten sogar in den Folgejahren ihre derartigen Erinnerungen den anderen mit. Abdullah b. Saʿlaba (r.a.) und Dschabir b. Samura (r.a.) gehörten zu diesen glücklichen Kindern. Dschabir berichtete über eine erfreuliche Erinnerung Folgendes: „Ich verrichtete mit dem Gesandten das erste Gebet (Mittagsgebet). Dann ging er hinaus, um zu seiner Familie zu gehen, auch ich ging mit ihm hinaus. Auf dem Weg empfingen ihn die Kinder. Er streichelte jedem einzeln die Wange. Auch meine Wange streichelte er. Ich spürte in seiner Hand eine derartige Frische und einen derartig schönen Duft, als ob er seine Hand aus dem Korb eines Parfümverkäufers herausgenommen hätte.“
Es gab Zeiten, in denen der Prophet (s.a.w.) sich unter Kindern aufhielt, mit ihnen selbst zu einem Kind wurde; mit ihnen scherzte und mit ihnen spielte. Zum Beispiel erzählte Mahmud b. Rabi (r.a.), ein Kind aus einer Familie des Stammes Hazradsch in Medina, dass der Gesandte, als er fünf Jahre alt war, Wasser in sein Gesicht spritzte, das er aus deren Brunnen geholt hatte.
Nichts konnte den Gesandten (s.a.w.) daran hindern, die Kinder zu lieben und ihnen seine Liebe zu zeigen. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) ließ es sich nicht einmal im Gebet, das grundsätzlich zu den wichtigsten gottesdienstlichen Handlungen gehört, nehmen, den Kindern Liebe entgegenzubringen, indem er z. B. bei der Gebetsverrichtung gelegentlich seine Enkeltochter Umamah, das Kind seiner Tochter Zaynab und von Abu al-As, oder seine Enkelkinder Hasan und Husayn, die Kinder seiner anderen Tochter Fatima und von Ali, auf seinen Schultern oder auf dem Rücken trug oder auf seinen Schoß nahm. Wenn er sich niederwarf, setzte er sein Enkelkind auf den Boden, und wenn er aufstand, nahm er es wieder hoch.
Wenn bei der Gebetsverrichtung Kinder vor ihm liefen, führte er sein Gebet fort; auch wenn zeitweise die Kinder ihn sogar an den Beinen festhielten, verrichtete der Gesandte Allah (s.a.w.) weiterhin sein Gebet, ohne es abzubrechen. Wenn er als Vorbeter das Gebet verrichtete und die Stimme eines weinenden Kindes unter den Besuchern des Gottesdienstes hörte, hielt er die Rezitation kurz und beendete das Gebet in Kürze. Des Weiteren sagte er das Bittgebet der Reichhaltigkeit auf, wenn ihm das erste Obst der Jahreszeit angeboten wurde, und bot es anschließend dem jüngsten Kind an, das sich in dem Moment dort befand.
Wahrlich, die Beziehung des Propheten (s.a.w.) zu den Kindern beruhte auf freundschaftlich liebevoller Unterhaltung, Herzlichkeit und Nachsicht. Während er verkündete: „Wer zu unseren Jüngsten nicht barmherzig ist, unsere Älteren nicht respektiert, das Rechte nicht befiehlt und das Unrechte nicht verbietet, der gehört nicht zu uns“, deutete er genau auf diesen Aspekt hin. Er ließ es nicht zu, dass ein Kind, aus welchen Gründen auch immer, betrübt wurde. Als zum Beispiel Umm al-Fadl, die Ehefrau seines Onkels und die Milchmutter seines Enkelkindes Hasan, eines Tages bei ihm zu Besuch kam, hatte sie auch Hasan bei sich und setzte ihn auf den Schoß des Gesandten. Hasan jedoch nässte den Schoß seines Großvaters. Seine Milchmutter schlug ihn daraufhin auf seine Schulter, womit sie meinte: „Was hast du getan!“ Aber der Prophet konnte ihr Verhalten nicht dulden und sagte: „Du hast meinen Sohn verletzt! Möge Allah Sich deiner erbarmen!“
Wenn Kinder Unfug anstellten oder einen Fehler begingen, schimpfte, rügte oder schlug er sie nicht, sondern ermahnte sie und zeigte ihnen einen Weg, um ihre Fehler zu beheben. Als Rafi b. Amr eines Tages als Kind die Dattelbäume der Ansar mit Steinen bewarf, wurde er erwischt und zum Gesandten gebracht. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) fragte ihn zuerst, anstatt ihn direkt zu bestrafen: „Mein Kind, warum hast du die Datteln mit Steinen beworfen?“, woraufhin das Kind antwortete: „Um sie zu essen.“ Dann sagte der Prophet: „Wirf keine Steine auf die Datteln, sondern iss von denen, die auf dem Boden liegen“, wodurch er ihm das richtige Verhalten beibrachte, seinen Kopf streichelte und für ihn das Bittgebet aussprach: „Oh Allah, sättige ihn.“
Die Aussage von Anas, der seit seinen jungen Jahren dem Gesandten diente, fasst die Beziehung des Propheten zu den Kindern sehr gut zusammen: „Ich diente dem Gesandten Allahs zehn Jahre lang. Bei Allah, er hat nicht einmal ‚uff!’ zu mir gesagt. Weder hat er aufgrund einer Sache: ‚Warum hast du dies so getan?‘, noch: ‚Hättest du doch so gehandelt!‘, gesagt.“
Der Prophet (s.a.w.) zeigte Respekt vor der Persönlichkeit der Kinder und lobte sie. Er grüßte gelegentlich Kinder, die gerade spielten, lobte manchmal ihre Kleidung und besuchte sie gelegentlich, wenn sie krank wurden.
Der Tod eines Kindes betrübte den Gesandten Allahs (s.a.w.) sehr. Als der kleine Sohn seiner Tochter Zaynab (r.a.), der im Streben lag, ihm in die Arme gegeben wurde, flossen ihm Tränen über die Wangen. Als Saʿd b. Ubada (r.a.) fragte: „Oh Gesandter Allahs! Was ist das für ein Zustand?“, äußerte der Prophet: „Dies ist das Erbarmen Allahs, das Er in die Herzen Seiner Diener gelegt hat. Allah erbarmt Sich nur derer, die sich auch anderen erbarmen.“ Der Gesandte, der in gleicher Weise tief betrübt war, als sein junger Sohn Ibrahim verstarb, drückte ihn an sein Herz, ließ schweigend seine Tränen fließen und sagte: „Die Augen tränen, das Herz leidet …“
Die Beziehung, die der Gesandte Allahs (s.a.w.) zu den Kindern, beruhend auf Liebe, Nachsicht und Lob pflegte, zeigte bei jedem Schritt den Respekt vor den künftigen Erwachsenen, während darüber hinaus die Beziehung zu den Jugendlichen tiefgründiger und beeindruckender war. Obwohl die Jugendlichen sich in einer für sie spezifischen Gemütslage befinden und Gefühle wie Wille, Wunsch, Aufregung, Stolz, Gewalt intensiv erleben, sind sie zugleich unerfahren. Der Prophet, dem diese Gemütslage bewusst war, nahm eine respektvolle, vertrauenswürdige, ermutigende, rationale und gemäßigte Haltung ein.
Wenn der Gesandte Allahs (s.a.w.) Jugendliche mit einer Tätigkeit beauftragte, schenkte er ihnen sein Vertrauen, um ihre Zagheit, die auf ihre Unerfahrenheit beruhte, zu beseitigen, und ermutigte sie. Als z. B. Ali (r.a.) in einem jungen Alter mit dem Amt des Richters im Jemen beauftragt wurde, gab er sein junges Alter und seine Unerfahrenheit zu bedenken und hielt sich eher von diesem Amt zurück. Daraufhin klopfte der Gesandte Allahs (s.a.w.) mit seiner Hand auf die Brust Alis und sprach das folgende Bittgebet: „Oh Allah, leite sein Herz auf rechtem Weg und gib seiner Zunge Ausdauer!“, womit er ihn ermutigte und ihm erklärte, wie er in einem Streitfall ein Urteil sprechen solle. Ali (r.a.) sagte darauf: „Danach hatte ich bei der Urteilsfindung zwischen zwei Personen niemals Zweifel.“
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) versuchte, nicht nur das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken, sondern tendierte auch dazu, das fehlende Vertrauen seiner Umgebung in die Jugendlichen zu beheben. Zum Beispiel berief er damals Zayd b. Harisa (r.a.), seinen Sklaven, dem er seine Freiheit schenkte, trotz seines jungen Alters zum Amt des Befehlshabers über eine Gruppe, in der sich auch ältere Gefährten befanden. Jedoch zeigten einige in der Gruppe Zweifel an seiner Eignung für das Amt. Zu einem späteren Zeitpunkt berief er Usama (r.a.), den Sohn seiner Bediensteten Umm Ayman und Zayd, zum Kommandanten über ein Heer, das zu den Römern geschickt werden sollte, woraufhin wieder Zweifel entstand. Daraufhin äußerte der Gesandte: „Ihr redet jetzt unbegründet über die Führerschaft von Usama. Zuvor habt ihr auch über die Führerschaft seines Vaters gesprochen. Bei Allah, wie sehr Zayd seines Amts würdig war und für mich unter den Menschen zu den Liebsten gehörte, so gehört auch wahrlich Usama nach seinem Vater zu den Liebsten der Menschen für mich“, womit er die Einwände verstummen ließ und zugleich Usama ermutigte.
Da dem Gesandten Allahs (s.a.w.) bewusst war, dass Jugendliche intensive Gefühlsschwankungen durchleben, beachtete er diesen Zustand und verhielt sich ihnen gegenüber dementsprechend verständnisvoll. Als die Jugendlichen sein Feingefühl und Verständnis erlebten, verstärkte dies ihre Zuneigung zu dem Propheten umso mehr. Eine Gruppe von Jugendlichen, die aus Malik b. Huwayris (r.a.) und seinen Freunden bestand, begab sich, nachdem sie den Islam angenommen hatten, aus ihrer Heimat auf den Weg nach Medina, um den Propheten zu besuchen. Sie blieben ca. 20 Tage bei ihm und fingen an, ihre Hinterbliebenen zu vermissen. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) spürte diese Gefühlslage, zeigte Verständnis für diese Situation und sagte: „Wenn ihr nun zu euren Familien zurückkehrt und ihnen das beibringen würdet (was ihr gelernt habt) …“, womit er ihnen die Erlaubnis erteilte, zu ihren Familien zurückzukehren.
Die vielleicht schwierigste Situation des heranwachsenden Alters ist das Interesse und das Begehren des anderen Geschlechts, das dem Propheten bewusst war, der diesbezüglich den Jugendlichen empfahl, gemäßigt und geduldig zu sein. Nach der Überlieferung von Abdullah b. Masʾud (r.a.) sagte er zu den jungen Menschen um sich herum Folgendes: „Oh ihr jungen Leute! Wer die Möglichkeit zum Heiraten hat, soll heiraten. Denn die Ehe ist der beste Weg, das Auge vor dem Verbotenen zu schützen und die Keuschheit zu bewahren. Wer jedoch nicht die Möglichkeit hat zu heiraten, der soll fasten. Denn das Fasten hat die Eigenschaft, die Begierde zu beseitigen.“
Als Fadl b. Abbas, der Sohn des Onkels des Propheten, das Heiratsalter erlangte, sagte der Gesandte zu einem Gefährten namens Mahmiya, der Almosen-Beamter war: „Vermähle deine Tochter mit diesem jungen Mann“, und fungierte somit als Vermittler. Als auf der Abschiedswallfahrt Fadl, der hinten auf dem Reittier des Propheten saß, auf die Frauen schaute, die er unterwegs sah, drehte er Fadls Gesicht mit seiner Hand auf die andere Seite.
Der Prophet (s.a.w.) verhinderte überschwängliches Handeln der Jugendlichen, das bei ihnen durch ihr jugendliches Begehren hervortreten konnte, ohne sie zu verletzen, zu kränken und zu diskriminieren, und half ihnen, ihre Fehler zu sehen (bzw. einzusehen). Eines Tages kam ein junger Mann zum Propheten und äußerte, dass er sich nicht mehr kontrollieren könne und einen Geschlechtsakt erleben möchte, womit er um Erlaubnis für Unzucht (Zina) bat, was im Islam eine verbotene Handlung ist. Die Gefährten versuchten, ihn zum Schweigen zu bringen. Doch der Gesandte Allahs (s.a.w.) hinderte sie daran, nahm den jungen Mann bei Seite und fragte ihn der Reihe nach, ob er damit einverstanden wäre, wenn jemand mit seiner Mutter, seiner Tochter, seiner Schwester, seiner Tante einen unehelichen Geschlechtsakt durchführen würde. Der junge Mann antwortete jedes Mal mit „nein“ und der Gesandte Allahs (s.a.w.) erklärte bei jeder Antwort mit ruhiger Art, dass auch die anderen Menschen kein Einverständnis dazu geben würden. Anschließend sagte er für ihn das folgende Bittgebet auf: „Oh Allah, vergebe die Sünden dieses jungen Mannes, reinige sein Herz und schütze seine Keuschheit!“, woraufhin sich der junge Mann von dieser Absicht abwandte.
In dieser Phase, in der die Macht, Aufregung und Stärke des Begehrens ihren Höhepunkt erreichen, kann die Unerfahrenheit die Jugendlichen auf riskante Wege führen. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) zählte einen jungen Menschen, der mit starkem Willen diesem Sturm standhält und nicht in das Verbotene verfällt, zu den sieben Personen, die am Tage der Auferstehung durch Allah Ta´ala unter dem Schatten Seines Thrones (unter Seinen Schutz) gestellt werden, wo es außer den Schatten Seines Thrones keinen anderen Schatten (Schutz) geben wird.
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) gab kund, dass die Jugendlichen, die ihre Keuschheit schützen, ihrer Verantwortung gegenüber Allah bewusst sind und sich auf dem rechten Weg befinden, das Unglück (der göttlichen Bestrafung der Allgemeinheit) verhindern können, und äußerte: „Würde es die ehrfürchtigen Jugendlichen, die sich (im Gebet) niederknienden Älteren, die zu stillenden Babys und die weidenden Tiere nicht geben, so würde definitiv Vernichtung über euch herabregnen.“
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) befasste sich persönlich mit der Bildung der Jugendlichen und brachte in der Laube namens Suffa neben dem Masdschid an-Nabawi zahlreichen Jugendlichen wie Abu Hurayra (r.a.) den Islam bei. Die Stellung der großen Gefährten, wie Abdullah b. Umar (r.a.), Abdullah b. Masʿud (r.a.), Abdullah b. Abbas (r.a.), Muʾadh b. Dschabal (r.a.) und Anas b. Malik (r.a.), die ihre Jugend beim Propheten verbrachten, ist bei dem Aufbau der islamischen Kultur und Zivilisation unbestreitbar. Eine der Lehren des Gesandten, der bei jeder Gelegenheit den Jugendlichen spezifische Empfehlungen gab, an Abdullah b. Abbas lautete: „Junger Mann! Ich werde dir einige Lehren beibringen: Beschütze (das Recht) Allahs, sodass auch Allah dich beschützt. Beachte (das Recht) Allahs, sodass du Ihn immer bei dir findest. Wenn du um etwas bitten möchtest, so bitte Allah darum. Wenn du um Hilfe bitten möchtest, so bitte Allah um Hilfe. Sei dir bewusst: Wenn die ganze Gesellschaft sich wegen eines Anliegens versammeln würde, um zu deinem Nutzen etwas zu tun, so können sie dir nur dann Unterstützung geben, wenn Allah dies bestimmt hat. Wenn desgleichen (die ganze Gesellschaft) sich versammeln würde, um dir einen Schaden zuzufügen, so können sie es nur dann, wenn Allah es bestimmt hat. Denn die Stifte wurden aufgehoben, die Seiten sind getrocknet (das Schicksal ist besiegelt).“
Abschließend kann festgehalten werden, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.), bedingt durch seine Verpflichtung zum Prophetentum, sich mit jedem einzelnen Mitglied der Gesellschaft sorgfältig befasst hat, ohne einen Geschlechts- oder Altersunterschied zu machen. So entwickelte er auch eine auf Liebe beruhende Beziehung zu Kindern und eine auf Aufrichtigkeit beruhende Beziehung zu Jugendlichen. Wenn man den Gedanken hegt, dass ein Kind im Grunde der Erwachsene der Zukunft sein wird und ein Jugendlicher der lebendige Adressat der Offenbarung ist, wird uns bewusst, wie wertvoll die jungen Menschen sind. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) zeigte bei der Erziehung der Kinder und Jugendlichen, die später in der Lage sein sollten, die Verantwortung für die Gesellschaft zu tragen, große Einfühlsamkeit und bemühte sich, dass ein Kind Verständnis und die liebevolle Nachsicht erfährt und dass ein Jugendlicher an das Bewusstsein herangeführt wird, dass er der Sachwalter Allahs auf der Erde ist, er „die Krone der Schöpfung“ ist.