15. Bölüm
„MIR WURDE DIE ESSENZ DER WORTE GEGEBEN“
Hind (r.a.), der Stiefsohn des Gesandten Allahs (s.a.w.), war dafür bekannt, dass er unter den Gefährten derjenige war, der den Charakter und die physischen Eigenschaften des Gesandten Allahs (s.a.w.) und seine feine Sprechweise am besten kannte und beschreiben konnte. Eines Tages wollte Hasan (r.a.) von ihm, dass er von seinem Großvater erzähle. Hind b. Abu Hala (r.a.) fing an zu erzählen. Er erzählte von dem leuchtenden Gesicht, dem Bart und dem gesegneten Körper des Gesandten Allahs. Hasan (r.a.) hatte ihm mit großer Aufmerksamkeit zugehört und bat: „Erzähl mir auch von seiner Sprechweise.“
Gemäß dieser Bitte erzählte Hind b. Abu Hala (r.a.), der Sohn Khadidschas (r.a.) von ihrem ersten Mann, weiter: „Der Gesandte Allahs (s.a.w.) war stets nachdenklich und in tiefen Gedanken versunken. Er war niemals gleichgültig oder unbekümmert. Er war eine ruhige Person. Er redete nicht, wenn es nicht nötig war. Er begann stets mit dem Namen Allahs zu sprechen und beendete auch damit. Mit wenigen Worten konnte er viel aussagen (Dschawamiʿ al-Kalim). Seine Reden waren klar und verständlich. Er hat seine Reden nie in die Länge gezogen, aber auch nicht zu kurz gehalten. Er verhielt sich niemals grob und beschimpfte auch niemanden. Er verhielt sich stets genügsam gegenüber den Gaben Allahs – auch wenn sie nicht reichlich waren. Tatsächlich verachtete oder lobte er auch niemals ein Essen. Weder das Diesseits noch weltliche Angelegenheiten waren für ihn ein Grund, sich aufzuregen. Wenn aber jemandem Unrecht zugefügt wurde, setzte er alles daran, die Gerechtigkeit wiederherzustellen. In persönlichen Angelegenheiten regte er sich weder auf noch nahm er Rache. Wenn er auf etwas zeigte, deutete er nicht mit seinem Finger, sondern zeigte mit seiner ganzen Hand darauf. Wenn er staunte, hob er seine Handflächen nach oben. Beim Reden nahm er seine Hände zusammen, indem er mit dem linken Daumen seine rechte Handinnenfläche antippte. Wenn ihn jemand geärgert hatte, wandte er sich (von dieser Person) ab und verließ den Ort. Seine Freude drückte er ohne jegliche Übertreibung aus, indem er seine Augen zusammenkniff. Meistens lachte er nur in Form eines Lächelns, wobei man in diesen Momenten seine schneeweißen Zähne sehen konnte.“
„Mir wurde die Essenz der Worte gegeben“, sagte der Gesandte Allahs (s.a.w.), der die arabische Sprache am besten beherrschte und anwandte. Unter den Arabern der Dschahiliyyah (vorislamische Epoche der Unwissenheit) gab es zwei Volksstämme, die aufgrund der Beherrschung der arabischen Sprache und ihrer gehobenen und literarischen Ausdrucksweise gelobt wurden: die Quraysch, der Volksstamm, dem auch der Gesandte Allahs (s.a.w.) angehörte, und der Volksstamm der Hawazin, bei denen er aufgewachsen war. Aischa (r.a.) weist mit folgenden Worten auf die beeindruckende Ausdrucksweise des Gesandten Allahs hin: „Hätte jemand die einzelnen Wörter des Gesandten Allahs, während er sprach, zählen wollen, wäre dies möglich gewesen, da er sehr deutlich sprach.“ Außerdem berichtete sie, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.) seine Worte nicht ohne Pause aneinanderreihte und seine Worte nicht in die Länge zog, sondern klar und deutlich sprach, sodass jeder ihn verstehen konnte. Als Aischa (r.a.) gehört hatte, wie Abu Hurayra (r.a.) die Aussagen (Ahadithe) des Gesandten Allahs aneinanderreihte, reagierte sie folgendermaßen: „Der Gesandte Allahs hat seine Worte niemals auf diese Weise aneinandergereiht, wie ihr sie geschrieben habt.“ Auch sagte der junge Gefährte Dschabir b. Abdullah (r.a.), dass der Gesandte Allahs weder zu langsam noch zu schnell gesprochen habe.
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) redete niemals unnötig oder sinnlos. Er sagte: „Wahrlich, am Tag der Auferstehung ist mir derjenige mit dem besten Charakter von euch am liebsten und steht mir am nächsten. Die geschwätzigen Personen unter euch, sowie diejenigen, die mit aufgeblasenen Wangen (frech) reden und sich hochmütig verhalten, sind mir am Tag der Auferstehung sehr unsympathisch und befinden sich weit entfernt von mir.“
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) wiederholte die Wörter und Sätze, die er für besonders wichtig hielt, dreimal, damit sie gut verstanden werden. Eines Tages sagte er zu seinen Gefährten: „Oh ihr Diener Allahs! Seid Brüder! Ein Muslim ist der Bruder eines Muslims; er behandelt ihn nicht schlecht, lässt ihn nicht im Stich und verhält sich nicht verächtlich ihm gegenüber.“ Anschließend deutete er auf seine Brust und sagte dreimal hintereinander: „Die Gottesfurcht (Taqwa) befindet sich genau hier!“ Ein anderes Mal, als er von den großen Sünden berichtete und von Lügen und Falschzeugnisablegen erzählte, hat er dies so oft wiederholt, dass die Gefährten dachten, er würde damit nicht aufhören. Auch als er, während seiner letzten Wallfahrt (Abschiedswallfahrt), seine berühmte Rede gehalten hatte, fragte er die dort anwesenden Menschen: „Habe ich euch die Botschaft überbracht?“ Als er die Antwort; „Ja“, gehört hatte, sagte er: „Oh Allah! Bezeuge es!“ Diesen Satz wiederholte er ebenfalls dreimal.
Manchmal verwendete der Gesandte Allahs (s.a.w.) eine etwas andere Methode, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen, und damit seine Worte richtig verstanden wurden. Es war das zehnte Jahr nach der Auswanderung von Mekka nach Medina (Hidschrah). Sie befanden sich im Monat Dhu´l Hiddscha. Nachdem der Gesandte Allahs (s.a.w.) die große Menschenmenge vor seiner Rede, die später als „die Abschiedspredigt“ bekannt werden sollte, beschworen hatte, seine Worte richtig zu verinnerlichen, sagte er: „Ich weiß nicht, aber es ist wohl möglich, dass ich mich nach diesem Jahr mit euch nicht (noch einmal) hier treffen kann.“ Offensichtlich teilte der Gesandte Allahs den Menschen mit, dass sich die Zeit des Abschiednehmens genähert hatte. Nach diesen einführenden Worten fuhr er fort:
„Oh ihr Menschen! In welchem Monat befinden wir uns?“ Aus der Menschenmenge war kein Laut zu hören. Die Menschen warteten mit großer Aufregung auf die Worte des Gesandten Allahs. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) beantwortete seine Frage selbst: „Dieser Monat ist ein heiliger Monat.“ Er stellte weiterhin Fragen wie: „In welcher Stadt befinden wir uns?“ „Welcher Tag ist heute?“ Die Menschenmenge verharrte in Schweigen, sodass der Gesandte Allahs (s.a.w.) die Fragen selbst beantwortete. Er sagte, dass diese Stadt eine heilige Stadt und dieser Tag ein gesegneter Tag sei. Sein Ziel war es, mit den allgemeingültigen Aspekten beginnend, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu erlangen. Als er die Aufmerksamkeit der Zuhörer bekommen hatte, sprach er das eigentliche Thema an: „Genauso, wie dieser Monat (Dhu´l Hiddscha), diese Stadt (Mekka) und dieser Tag (der Arafa) heilig sind, so sind auch euer Blut, euer Vermögen und eure Ehre (eure persönlichen Werte und eure Würde) heilig.“
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) legte großen Wert darauf, seine Botschaft und Gedanken mithilfe von Gleichnissen, Analogien und Vergleichen zu veranschaulichen, damit seine Botschaft von den Zuhörern besser verstanden und verinnerlicht wurde. Beispielsweise veranschaulichte er den Unterschied zwischen einem Gläubigen und Ungläubigen mit folgendem Gleichnis: „Ein Gläubiger ähnelt einer grünen Pflanze. Von wo auch immer der Wind wehen mag, neigt er sich nur zur Seite (fällt aber nicht um). Sobald es ruhiger wird, richtet sie sich wieder auf. Der Gläubige verhält sich ebenso; auch er neigt sich manchmal durch Probleme und Schwierigkeiten zur Seite (fällt aber nicht um). Doch ein Ungläubiger ähnelt einem starken und unbiegsamen Zedernbaum, den Allah, wenn Er will, (mit einem Mal) entwurzelt.“ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) beschreibt die Beziehung zwischen den Gläubigen mit folgendem Gleichnis: „Die Gläubigen sind bezüglich ihrer Zuneigung, ihrer Barmherzigkeit und ihrer Güte einem Körper gleich. Wenn ein Organ leidet, reagiert der ganze Körper mit hohem Fieber und Schlaflosigkeit.“
Weil die Körpersprache eine ebenfalls sehr wirksame Sprache ist, setzte der Gesandte Allahs (s.a.w.) oftmals Gestik und Mimik ein. Er verwendete beim Reden seine Körpersprache, insbesondere seine Hände, Finger und seinen Stock, um auf etwas zu deuten. Eines Tages berichtete er von der Hölle. Er fing seine Rede damit an, dass er vor dem Satan Zuflucht bei Allah suchte und drehte seinen Kopf in eine andere Richtung. Es schien, als würde in jenem Moment die Hölle samt ihrer Grausamkeit dem Gesandten Allahs (s.a.w.) gezeigt, wobei er vor Angst schauderte und diese Szene nicht noch länger ertragen konnte, und daher seinen Blick in eine andere Richtung wandte. Wahrscheinlich wollte der Gesandte Allahs (s.a.w.) mit dieser Haltung die Grausamkeit der Hölle zum Ausdruck bringen und mit seiner Körpersprache darauf hinweisen, dass dies ein Ort ist, vor dem sich der Mensch hüten sollte. Auch als der Gesandte Allahs (s.a.w.) die großen Sünden aufzählte und von Lügen und Falschzeugnisablegen erzählte, nahm er eine aufrechte Körperhaltung ein und wollte so auf den Ernst des Themas deuten.
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) war stets sehr freundlich und sprach mit seinem Gegenüber auf eine angenehme Weise, ohne ihn zu kränken oder zu verletzen. So überliefert auch Anas b. Malik (r.a.), dass der Gesandte Allahs keine Person war, die andere beschimpft oder verflucht hat. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) wählte seine Worte mit größter Vorsicht aus. Er hatte einen dunkelhäutigen Diener namens Andschascha, der während der Reise zur Wallfahrt die Kamele führte, die die Gattinnen des Gesandten trugen. Währenddessen las er auch Gedichte vor. Die Kamele wurden aufgrund der schönen Stimme Andschaschas immer schneller, was den Gattinnen des Gesandten Allahs keine Freude bereitete. Daraufhin sagte der Gesandte Allahs auf eine milde Art: „Etwas langsamer, oh Andschascha! Achte auf die Kristalle!“
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) achtete besonders darauf, sich mit seinen Ansprechpartnern gemäß ihrem Intellekt zu unterhalten, und wählte seine Worte mit Rücksicht aus. Abdullah b. Abbas (r.a.) wies auch auf dieses Thema hin und sagte: „Mir wurde befohlen, mit den Menschen gemäß ihrem Intellekt zu sprechen.“ Der Gefährte Abu at-Tufayl (r.a.) drückte dieses Prinzip, das der Gesandte Allahs angewendet hatte, mit folgenden Worten aus: „Jedes Amt hat seine eigene Art zu reden.“ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) redete mit seinen Gefährten wie ein Lehrer und ein enger Freund, mit den Soldaten wie ein scharfsinniger Befehlshaber, gegenüber seinen Gattinnen war er mit seinen Worten ein verständnisvoller Ehemann und gegenüber seinen Kindern ein barmherziger Vater.
Unser geliebter Prophet (s.a.w.) berücksichtigte auch bei der Beantwortung der Fragen die Position der fragenden Person und beantwortete die Fragen gemäß ihren Bedürfnissen und Mängeln. Beispielsweise wurde ihm mehrmals zu unterschiedlichen Zeiten und von verschiedenen Personen die folgende Frage gestellt: „Welche Tat ist die beste?“ Er gab unterschiedliche Antworten: „Der Glaube an Allah und an Seinen Gesandten“; „Das Gebet zum richtigen Zeitpunkt“; „Die Erhöhung der Stimme während der Talbiya (bei der Wallfahrt) und das Vergießen des Blutes der Opfertiere.; „Das Teilen des Essens mit Bedürftigen und das Grüßen von Bekannten sowie Unbekannten.“
Eines Tages kam ein Mann zum Gesandten Allahs und sagte: „Oh Gesandter Allahs! Bringe mir etwas Neues bei, damit ich es praktizieren kann. Aber es soll nicht allzu viel sein, sonst vergesse ich es.“ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte zu ihm: „Rege dich über nichts auf!“ Der Mann beharrte darauf, einen weiteren Ratschlag zu bekommen, doch er bekam jedes Mal dieselbe kurze Antwort. Eigentlich gibt es viele Aspekte, die man einer Person als Ratschlag geben könnte, doch der Grund, weshalb der Gesandte Allahs (s.a.w.) auf dem Ratschlag: „Rege dich über nichts auf!“, bestand, war, dass er den wütenden Charakter der fragenden Person kannte. Es war wohl zu jenem Zeitpunkt von besonderer Wichtigkeit, dass diese Person lernte, ihren Zorn zu kontrollieren. Aus diesem Grund hat der Gesandte Allahs insbesondere diesen Rat geben.
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte, dass der Verzicht auf nutzlose Worte und Gespräche aus der Schönheit des Glaubens einer muslimischen Person resultiert, und warnte die Menschen: „Diejenigen, die an Allah und den Jüngsten Tag glauben, sollen entweder Gutes reden oder schweigen.“ Der Gesandte Allahs hatte üble Nachreden, Lügen, Lästern und Gespräche, die der Schlechtigkeit den Weg bereiten, klar und deutlich verboten. Er betonte diesen Aspekt, indem er einen Muslim wie folgt beschrieb: „Ein Muslim ist jemand, vor dessen Hand und Zunge die Muslime sicher sind.“
Ayyub al-Ansari (r.a.), ein Gefährte, der den Gesandten Allahs als Gast in seinem Haus aufgenommen hat und zugleich als „Sultan von Istanbul“ bezeichnet wird, überlieferte, dass eines Tages ein Mann zum Gesandten Allahs kam, um von ihm etwas Neues zu lernen. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) gab ihm einen Ratschlag, ohne es in die Länge zu ziehen: „Verrichte dein Gebet mit dem Gedanken, es wäre dein letztes Gebet, das du verrichtest. Sage nichts, wofür du dich später entschuldigen musst, und erhoffe dir nichts Weltliches von Menschen!“
Der Prophet der Barmherzigkeit begann und beendete seine Rede stets im Namen Allahs. Er sagte „InschaAllah“ (wenn Allah es erlaubt), wenn er über die Zukunft sprach. Damit machte er die Menschen darauf aufmerksam, dass es über ihrem Willen einen (höheren) Willen gibt und es keinen Unterschied macht, dass er ein Prophet ist. Tatsächlich hatte Allah Ta´ala ihn im Namen aller Gläubigen diesbezüglich gewarnt: „Und sage nie über etwas: ‚Ich werde das bestimmt morgen tun!‘ Ohne anzufügen: ‚So Allah will!‘“
Manchmal führte der Gesandte Allahs (s.a.w.) seine Reden auch mit einem Eid ein. Dies diente dazu, die Wahrheit seiner Worte zu bestätigen oder die Wichtigkeit des Themas zu betonen. Gelegentlich sagte er: „Bei Allah, Der mein Leben in Seiner Hand hält!“, oder: „Bei Allah, Der die Herzen (in die Richtung, die Er will) wendet!“
Ehrlichkeit war seine wichtigste Eigenschaft. Der letzte Prophet fiel bereits vor seinem Leben als Gesandter unter den Menschen mit dieser Eigenschaft auf. Er wurde „Al-Amin“ genannt und sie bezeugten, dass sie niemals eine Lüge von ihm gehört hatten. So betonte auch seine verehrte Ehefrau Khadidscha (r.a.) diese Eigenschaft des Gesandten Allahs (s.a.w.) und versuchte, den Gesandten Allahs zu beruhigen, der nach der ersten Offenbarung mit Angst und Besorgnis erfüllt war: „Bei Allah! Allah wird dich niemals in Verlegenheit bringen. Denn bei Allah, du beschützt deine Verwandten und bist immer ehrlich.“
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) hat niemals gelogen; auch wenn er einen Scherz machte, log er nicht. Dies bedeutet, dass er sowohl in wütenden als auch in glücklichen Momenten ehrlich war. Der Gesandte Allahs machte schlaue und gute Witze mit Niveau. Eines Tages wollte ein Mann ein Reittier haben und der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte: „Lassen wir dich doch auf dem Fohlen einer Kamelstute reiten.“ Der Mann entgegnete ratlos: „Was soll ich denn mit dem Fohlen einer Kamelstute anfangen? (Ich denke nicht, dass es mich tragen kann).“ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) antwortete: „Werden denn nicht (alle) Kamele von Kamelstuten geboren?“ Einige Gefährten, die wussten, dass sich der Gesandte Allahs (s.a.w.) über Scherze freute, entgegneten ihm ebenso mit einem Scherz. Suhayb b. Rumi (r.a.), ein schlagfertiger und zu Späßen aufgelegter Gefährte, kam eines Tages zum Gesandten Allahs. Vor dem Gesandten Allahs lagen Brot und Datteln. Er sagte zu Suhayb: „Rück näher und lass uns gemeinsam essen.“ Suhayb aß von den Datteln. Daraufhin sagte der Gesandte Allahs: „Deine Augen schmerzen, (du bist krank), isst aber trotzdem von den Datteln!“ Suhayb antwortete: „Ich kaue auf der anderen Seite!“ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) lächelte.
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) hielt jeden Freitag und an den Feiertagen seinen Gefährten eine Predigt (Hutba), um sie zu belehren. Auch außerhalb dieser Anlässe hielt er zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten Reden, um seine Gefährten zu beraten, zu informieren, zu motivieren und zu warnen. Wenn der Prophet der Barmherzigkeit eine Rede halten wollte, stellte er sich auf einen hoch gelegenen Platz, damit er von jedem gut gesehen und gut gehört werden konnte. Seine Predigten in der Moschee hielt er auf dem Stumpf eines Dattelbaumes, bis seine Gefährten ihm eine Kanzel anboten. Außerhalb der Moschee hielt er seine Reden entweder auf einem Kamel oder suchte sich einen etwas höher gelegenen Platz.
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) führte seine Predigten stets mit dem Namen Allahs ein, er zog seine Worte nicht allzu in die Länge, hielt sie aber auch nicht zu kurz, sodass man ihn verstehen konnte. Denn nicht die Länge einer Rede ist ausschlaggebend, sondern mit wenigen Worten so viel wie möglich auszusagen. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) sprach seine Gefährten nicht zu jedem Zeitpunkt an, damit sie den Reden nicht überdrüssig wurden. Um die Motivation und das Interesse seiner Gefährten lebendig zu halten, wartete er auf den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Ort. Denn um das Interesse und die Motivation aufrechtzuerhalten, ist es von großer Bedeutung, die Lehre auf einen Zeitraum zu verteilen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.), der mit all seinen Eigenschaften und in allen Lebensumständen unser Wegweiser ist, für alle Gläubigen ein schönes Beispiel ist, das sie sich als Vorbild nehmen sollten.