14. Bölüm
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14. Bölüm

DIE ESSMANIEREN AM ESSTISCH DES PROPHETEN

Umar b. Salama (r.a.) war ein glückliches Kind, das im zweiten Jahr nach der Auswanderung von Mekka nach Medina (Hidschrah) geboren wurde. Seine Mutter heiratete den Gesandten Allahs (s.a.w.), als er im Kleinkindalter war, und wurde so als ein Mitglied des glücklichen Haushaltes aufgenommen. Umar (r.a.) wuchs unter der Aufsicht des Gesandten Allahs und mit einer guten Erziehung auf. Eines Tages bemerkte der Gesandte Allahs (s.a.w.), dass der kleine Umar beim Essen mit der Hand unbeständig und ziellos in der Schüssel umherzuwandern pflegte, und sagte mit einem liebevollen Ton: „Oh mein Junge! Sage die Basmala auf (erwähne den Namen Allahs), iss mit deiner rechten Hand und von dem, was vor dir liegt.“ Mit diesen drei kurzen Sätzen lehrte er Umar das gute Essverhalten, das den kleinen Umar sein Leben lang begleiten sollte. Eigentlich legte der Gesandte Allahs (s.a.w.) mit dieser Warnung die drei wichtigsten Verhaltensregeln fest, an die sich alle Muslime beim Essen halten sollten.

Das Essen und Trinken ist ein Bedürfnis eines jeden Lebewesens, um das Leben weiterführen zu können. Der Gesandte Allahs (s.a.w.), der das gesamte Leben im weiten Sinne als ein Gebet betrachtete, legte für das Essen und Trinken gewisse Benimm- und Verhaltensregeln fest, wodurch das Essen und Trinken eine tiefere Bedeutung gewonnen hat.

Es ist bemerkenswert, dass in unserer Religion, in der die innere und äußere Reinheit als ein Teil des Glaubens bewertet wird, großen Wert auf die körperliche Gesundheit des Menschen gelegt wird, weshalb der Gesandte Allahs (s.a.w.) insbesondere auf die Wichtigkeit des Händewaschens vor dem Essen und des Händewaschens und Zähneputzens nach dem Essen hinwies. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) brachte den Menschen dieses Verhalten in einer Zeit und in einem sozialen Umfeld bei, als es auf den Tischen noch kein Besteck wie Gabel, Löffel und Messer gab, sondern mit den Fingern gegessen wurde. Er beschrieb das Händewaschen vor und nach dem Essen als Garant für die „Ergiebigkeit des Essens“. Damit dieses Verhalten, das für die Reinheit und Gesundheit der Menschen sehr wichtig ist, von allen Muslimen verinnerlicht wurde, munterte er sie dazu auf, nach dem Kochen einer (fettigen) Speise eine rituelle Gebetswaschung durchzuführen. Es wird überliefert, dass er den Menschen die Forderung der rituellen Gebetswaschung nicht mehr stellte, als er beobachtete, dass die Reinigung endlich zu einer Gewohnheit der Menschen geworden war.

Es ist normal, dass auch der Gesandte Allahs (s.a.w.) in diesem sozialen Umfeld das Essen mit seinen Fingern aß und nach dem Essen seine Finger ableckte, um sie zu säubern. Doch der wichtigste Punkt, der hier betont werden sollte, ist die Tatsache, dass der Gesandte Allahs vor dem Essen seine Hände gewaschen und nach dem Essen seine Hände sowie seinen Mund gewaschen hat. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) rügte sogar die Menschen, die sich mit Essensresten und Essensgerüchen auf der Hand, d. h. ohne ihre Hände nach dem Essen gewaschen zu haben, in ihr Bett legten, und machte sie auf mögliche materielle und seelische Probleme aufmerksam, die aus dieser Vernachlässigung resultieren könnten. All diese Informationen weisen darauf hin, die Hände vor und nach dem Essen zu waschen, auch wenn sie sauber zu sein scheinen.

Der Gesandte Allahs (s.a.w.) setzte sich nach dem Händewaschen an die auf dem Boden aufgestellte Tafel und fing mit der Erwähnung des Namens Allahs (Basmala) an zu essen. Er war sich stets dessen bewusst, dass jede Speise eine Gabe, Güte und Gunst Allahs ist, weshalb er sich gegenüber Allah immer dankbar verhielt. Aus diesem Grund begann er jede Arbeit sowie auch das Essen mit dem Namen Allahs an, und sagte: „Wenn jemand beim Betreten seines Hauses und vor dem Essen ‚Bismillah‘ sagt, so ruft der Satan zu seinen Freunden: ‚Hier gibt es für euch weder Unterkunft noch Nahrung!‘ Wenn diese Person das Haus betritt, ohne den Namen Allahs zu erwähnen, so sagt der Satan: ‚Nun habt ihr eine Unterkunft gefunden.‘ Und wenn diese Person vor dem Essen den Namen Allahs nicht erwähnt, sagt der Satan: ‚Nun habt ihr sowohl Unterkunft als auch Nahrung gefunden.‘“

Der Gesandte Allahs (s.a.w.) empfahl auch den Menschen in seiner Umgebung, stets mit Basmala zu beginnen. Er betrachtete die Basmala als einen im Voraus ausgesprochenen Dank für die Gaben Allahs und sagte, dass das Essen, das ohne die Basmala gegessen wird, unergiebig ist. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) teilte den Menschen auch mit, dass die Basmala nachgeholt werden sollte, falls sie vor dem Essen nicht ausgesprochen worden sein und man sich während des Essens daran erinnert: „Wenn einer von euch zu essen beginnt, soll er ‚Bismillah‘ (im Namen Allahs) sagen. Falls er zu Beginn die Basmala vergessen haben sollte, soll er ‚Bismillahi fî awwalihi wa ahirihi‘ (zu Beginn und zum Ende mit dem Namen Allahs) sagen.“ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) brachte seinen Gefährten bei, auch vor dem Trinken die Basmala zu sagen. Er sagte: „Trinkt das Wasser nicht wie Kamele in einem Atemzug, sondern nehmt jeweils nur zwei oder drei Schlucke zu euch; ruft vor dem Trinken Allah an (Bismillah) und preist Ihn nach dem Trinken (Alhamdulillah).“ Außerdem hat er davon abgeraten, in den Wasserbehälter (Trinkglas) hinein zu atmen.

Der Gesandte Allahs (s.a.w.) aß und trank stets mit seiner rechten Hand und sagte: „Wenn einer von euch isst, so soll er mit seiner rechten Hand essen, und wenn er trinkt, so soll er ebenso mit seiner rechten Hand trinken! Denn der Satan isst und trinkt mit seiner linken Hand.“ Es lässt sich daraus folgern, dass das Essen und Trinken mit der rechten Hand eine Verhaltensweise des Propheten als Richtschnur der muslimischen Lebensweise ist (Sunnah). Da das Essen mit der linken Hand mit dem Teufel in Verbindung gebracht wird, bedeutet dies, dass dieses Verhalten in unserer Religion nicht gern gesehen ist. Zudem gilt es für Muslime als Unterscheidungsmerkmal, weshalb empfohlen wird, bei jeder Gelegenheit mit der rechten Hand zu essen. Es wurde den Muslimen sogar empfohlen, die rechte Hand zu verwenden, um sich von den Nichtmuslimen zu unterscheiden, wobei das Essen mit der linken Hand als Zeichen der Nachahmung von fremden Kulturen oder als Arroganz und Zurschaustellung abgelehnt wird. Selbstverständlich sind diejenigen davon ausgenommen, die gezwungenermaßen ihre linke Hand zum Essen verwenden müssen.

Die Esstafel, an dem der Gesandte Allahs (s.a.w.) aß, war ein einfacher und schlichter Bodentisch aus Leder. Genauso wie sein Esstisch war auch seine Sitzweise sehr bescheiden. Er saß niemals wie jemand, der sich amüsierte und seinen Rücken großspurig an etwas lehnte. Beispielsweise sah ein Beduine den Gesandten Allahs (s.a.w.) beim Essen auf den Knien sitzen. Er sagte verwundert: „Was ist das denn für eine Sitzweise?“ Der Gesandte Allahs antwortete ihm: „Wahrlich, Allah hat mich als einen bescheidenen Diener erschaffen und nicht zu einem gewalttätigen und sturen Diener gemacht!“ Er bevorzugte es, sich mit seiner bescheidenen Sitzweise von den pompösen und feierlichen Sitzweisen der damaligen Herrscher und Oberhäupter der Volksstämme zu unterscheiden. Dementsprechend waren schlechte Eigenschaften wie Hochmut, Luxus und Prunk kein Teil seines Essverhaltens. Ganz im Gegenteil legte er Werte wie Bescheidenheit, Genügsamkeit, Schlichtheit, Hygiene und die Erlaubnis von Allah (Halal) in den Vordergrund.

Der Gesandte Allahs (s.a.w.) empfahl seinen Gefährten, nach dem Essen nicht sofort aufzustehen, sondern zu warten, bis jeder am Tisch mit dem Essen fertig ist. Er sagte: „Bevor der Tisch abgedeckt ist, soll niemand aufstehen. Auch wenn jemand schon satt ist, soll er den Tisch nicht verlassen, sondern weiteressen. Denn wenn jemand aufhört zu essen, beschämt er den anderen, der dann ebenso aufhört zu essen, obwohl er noch nicht satt geworden ist.“ Diese Empfehlung des Gesandten Allahs ist eine Maßnahme, um denjenigen das Weiteressen zu ermöglichen, die noch nicht satt geworden sind, und um zu verhindern, dass diese beschämt und hungrig den Tisch verlassen.

Der Gesandte Allahs (s.a.w.) hielt es auch nicht für richtig, im Stehen zu essen und zu trinken. Doch manchmal musste auch er im alltäglichen Stress im Gehen essen oder trinken. Das bedeutet: Im Islam sind die Essensvorschriften im Allgemeinen festgelegt, doch unter bestimmten Umständen kann es dazu kommen, dass man außerhalb dieser Vorschriften handeln kann, jedoch mit der Bedingung, dass es dem Kerngedanken des Islams nicht entgegensteht. Daher sollte nicht vergessen werden, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.) bezüglich des Essverhaltens nicht die Mittel, sondern das Ziel in den Vordergrund stellte. Die wichtigsten Ziele, die er in Bezug auf das Essen und Trinken verfolgte, waren: die Reinheit/Sauberkeit und Zulässigkeit des Essens und Trinkens (Halal), die Berücksichtigung der körperlichen Gesundheit des Menschen, Genügsamkeit und Dankbarkeit gegenüber Allah.

Umar (r.a.), einer der besten Freunde des Gesandten Allahs, war Zeuge, dass der Gesandte Allahs an manchen Tagen nicht einmal eine schlechte Dattel zu essen fand und den ganzen Tag seinen Hunger nicht stillen konnte. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) und seine Familie aßen gelegentlich Gerstenbrot, allerdings gab es Tage, an denen sie kein Abendbrot hatten und mehrere Nächte hintereinander hungrig verbringen mussten. Es waren nicht wenige Tage, an denen der Gesandte Allahs und seine Gefährten großen Hunger erlitten. Von Zeit zu Zeit fühlte sich der Hunger wie ein Stein in ihrem Magen an. Aischa (r.a.), die Gattin des Gesandten Allahs, berichtet, dass eine Zeit lang in ihrem Haus das Feuer ihrer Kochstelle nicht brannte und sie sich in dieser Phase nur mit trockenen Datteln und Wasser ernährten und dass sie von einem ihrer treuen Nachbarn Milch angeboten bekamen. An einem anderen Tag wiederum setzte sich der Gesandte Allahs (s.a.w.) zu Tisch und bekam ein trockenes Brot zu essen. Er fragte: „Gibt es keine Beilage?“ Er bekam die Antwort: „Nein, es ist nur Essig da.“ Er sagte: „Was für eine gute Nahrung Essig doch ist“, und begann zu essen.

Man sieht, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.) nicht aus der Lebensphilosophie der Genügsamkeit heraus, die mit den Worten „ein Stück Brot und ein Gewand“ zusammengefasst werden kann, diese Lebensweise bevorzugt hat, sondern aufgrund der Lebensbedingungen der damaligen Zeit und weil er wegen der Knappheit der Lebensmittel, das, was er in die Hände bekam, mit seinen Gefährten teilte, die es sehr nötig hatten. Der Gesandte Allahs (s.a.w.), dessen wichtigstes Merkmal eine bescheidene Lebensweise war, bemängelte niemals ein Essen, sondern aß, wenn es ihm schmeckte, und verzichtete darauf, wenn es ihm nicht schmeckte. Er mochte es nicht, Essen zu verschwenden, und legte großen Wert darauf, dass kein Stückchen auf dem Teller übrig bleibt.

Auch gab es Speisen, die der Gesandte Allahs (s.a.w.) nicht bevorzugte. Dies waren vor allem Speisen, die er nicht kannte oder nicht gewohnt war zu essen, da sie in der Region, in der er aufgewachsen war und lebte, nicht bekannt waren. Die Abneigung des Gesandten Allahs gegen manche Speisen hat vor allem mit seinem persönlichen Geschmack zu tun, aber auch mit der Geschmacksrichtung der Küche in seiner Region. Folgendes Ereignis, das der Gesandte Allahs (s.a.w.) im Haus seiner Gattin Maymuna (r.a.) erlebt hat, zeigt das Verhalten des Gesandten Allahs gegenüber einem Gericht, das in seiner Region nicht bekannt war:

Halid b. Walid (r.a.), der mit dem Namen „Allahs Schwert“ bekannt war, und Abdullah b. Abbas (r.a.) waren eines Tages gemeinsam mit dem Gesandten Allahs (s.a.w.) bei Maymuna zu Gast. Maymuna (r.a.), die Tante von Halid b. Walid und Abdullah b. Abbas, hatte für ihre Gäste Essen zubereitet. Als der Gesandte Allahs (s.a.w.) das Essen kosten wollte, teilte eine andere Dame dem Gesandten Allahs mit, welches Essen vor ihnen stand. Denn es gefiel dem Gesandten Allahs, vor dem Essen zu wissen, um welche Speise es sich handelte.

Das Essen, das Maymuna (r.a.) ihren Gästen anbot, war ein Gericht aus dem Fleisch einer großen Eidechsenart (Keler), das ihre Schwester Hufayda aus Nadschid mitgebracht hatte. Als der Gesandte Allahs (s.a.w.) dies erfuhr, lehnte er es ab, die Speise zu essen. Halid fragte ihn: „Oh Gesandter Allahs! Ist es etwa nicht erlaubt (haram), dieses Fleisch zu essen?“ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) antwortete: „Nein, es ist erlaubt. Doch in unserer Gegend sind wir nicht gewohnt, dieses Fleisch zu essen. Daher esse ich es nicht.“ Halid b. Walid (r.a.) zog den Teller zu sich und fing an zu essen. Währenddessen schaute ihm der Gesandte Allahs zu. Auch die anderen aßen von dieser Speise. Doch Maymuna (r.a.) lehnte es ab, davon zu essen, und sagte: „Ich esse nur von dem, was der Gesandte Allahs (s.a.w.) auch isst.“

Es war eine rein persönliche Entscheidung des Gesandten Allahs (s.a.w.), von diesem Gericht, das er nicht kannte, nicht zu essen, was mit seinem persönlichen Geschmack, seiner Verdauung und Appetit zusammenhing. Die Tatsache, dass er den anderen Personen das Essen erlaubt hat, obwohl er selbst davon nicht gegessen hat, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das Essen dieses Gerichtes der Person selbst und ihrem Geschmack überlassen ist.

Während die göttlichen Gebote und Verbote die Grundprinzipien für erlaubte und nicht erlaubte Nahrung festlegen, stehen bei der Auswahl dieser erlaubten Speisen die persönliche Neigung und der kulturelle Aspekt im Vordergrund. Es wird überliefert, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.) als Fleisch die Lammkeule besonders bevorzugte und Zucchini sehr gerne aß. Dagegen wird überliefert, dass er es nicht mochte, Heuschrecken zu essen. Manche Gefährten aßen vor allem die Speisen, die auch dem Gesandten Allahs (s.a.w.) schmeckten, und verzichteten auf das, was dem Gesandten Allahs (s.a.w.) nicht schmeckte. Dieses Verhalten basierte allerdings nicht auf einem religiösen Gebot, sondern allein auf der Liebe und Zuneigung zum Gesandten Allahs. Beispielsweise aß Anas b. Malik (r.a.) Zucchini, weil auch der Gesandte Allahs (s.a.w.) Zucchini liebte, und Ayyub al-Ansari (r.a.) verzichtete darauf, Gerichte mit Knoblauch zu essen, da der Gesandte Allahs Knoblauch nicht mochte.

Eines Tages brachte man dem Gesandten Allahs (s.a.w.) einen Teller mit Gemüse (wie Zwiebeln und Knoblauch). Als er einen unangenehmen Geruch wahrgenommen hatte, fragte er nach diesem Geruch. Man sagte ihm, welche Sorte von Gemüse sich auf dem Teller befand. Daraufhin sagte er zu den Gefährten, die neben ihm waren, auf den Teller deutend: „Bringt (das Gemüse) zu jener (bestimmten) Person.“ Da aber der Gesandte Allahs von diesem Gemüse nicht gegessen hatte, lehnte auch jener Gefährte es ab, davon zu essen. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte: „Iss nur, denn ich rede auch mit Personen, mit denen du nicht redest (der Geruch dieser Speisen wird dir nicht schaden).“ So teilte er mit, dass die Speisen gegessen werden dürfen, die der Gesandte Allahs aufgrund seines Geschmacks und des unangenehmen Geruchs nicht aß.

Ein anderer Aspekt, auf den hingewiesen werden sollte, ist die Tatsache, dass niemand das Recht hat, eine erlaubte (halal) Nahrung für unerlaubt (haram) zu erklären. Im edlen Koran wird verkündet: „Oh ihr, die ihr glaubt! Verbietet nicht die guten Dinge, die Allah euch erlaubt hat, aber übertretet auch nicht. Siehe, Allah liebt nicht die Übertreter.“ Dieser Koranvers wurde über einen Gefährten offenbart, der mit dem Ziel, mehr Gebete zu verrichten und frei von Bedürfnissen zu sein, sich selbst das Essen von Fleisch verboten hatte. Es lässt sich daraus schließen, dass es nicht erwünscht ist, mit der Begründung, mehr Gebete verrichten zu können, sich den Gaben Allahs zu verweigern – solange es natürlich keine gesundheitlichen Beschwerden gibt.

Auch der Gesandte Allahs (s.a.w.) war nach einem ähnlichen Ereignis mit der göttlichen Warnung konfrontiert. Eines Tages hatte er bei seiner Gattin Zaynab bt. Dschahsch (r.a.) ein Getränk aus Honig getrunken, das aus dem Extrakt des duftenden Baumes namens „Maghafir“ hergestellt wurde. Aus diesem Grund hatte er etwas mehr Zeit mit ihr verbracht. Aischa (r.a.) und Hafsa (r.a.), die nach diesem Ereignis Zaynab (r.a.) beneideten, sprachen sich untereinander ab und sagten zum Gesandten Allahs: „Von dir verströmt der Geruch des Maghafir!“ Daraufhin sagte der Gesandte Allahs (s.a.w.), dass er nicht noch einmal von diesem Saft trinken werde. Allah warnte aber Seinen Gesandten mit folgendem Koranvers: „Oh Prophet! Warum verbietest du, was Allah dir erlaubt hat? Um (einigen von) deinen Gattinnen einen Gefallen zu tun?“

Es fällt auch auf, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.) die Speisen, die er besonders liebte, lobte. Mit diesem Verhalten teilt der Gesandte Allahs auf der einen Seite den Geschmack, den Nährwert und weitere Eigenschaften dieser Speisen mit, machte die Menschen aber vor allem auch darauf aufmerksam, dass jedes Essen und jede Gabe Allahs ein Grund für Lob und Dank ist. Dementsprechend hatte der Gesandte Allahs Speisen wie „Tirit“ (Schmorfleisch auf Brot), Fleischgerichte, Datteln und Essig gelobt. Obwohl das gleiche Lob auch für andere Gerichte und Lebensmittel ausgesprochen werden könnte, die dem Gesandten Allahs (s.a.w.), aufgrund soziokulturellen Begebenheiten der arabischen Region nicht bekannt waren und daher von ihm persönlich nicht erwähnt wurden. Denn es besteht kein Zweifel daran, dass jedes Obst, jedes Gemüse, jede Speise und jedes Getränk, das Allah erschaffen hat, zahlreiche Nutzen und Schönheiten in sich verbergen.

Der Gesandte Allahs, der mit dem Namen Allahs zu essen begann, bedankte sich nach dem Essen mit folgenden Worten bei Allah:

„Alhamdulillahillazi atʿamana wa saqana wa dschaʿalana minal muslimin.“ (Gepriesen sei Allah, Der uns dies zu essen und zu trinken gab und uns zu Muslimen gemacht hat.)

Manchmal betete er auch wie folgt:

„Alhamdulillahi kathiran tayyiban mubarakan fîhi, ghayra makfiyyin wa la muwaddaʿin wa la mustaghnan anhu, Rabbana!“ (Oh unser Schöpfer! Gepriesen seist Du! Den wir mit vielen schönen und gesegneten und dennoch mangelhaft-unzureichenden Worten loben, die wir aber dennoch ohne Unterlass und trotzdem wiederholen.)

In manchen Bittgebeten sagte er:

„Aftara ʿindakum al-saimun wa akala taʿamakum al-abrar wa sallat alaykum al-malaika.“ (Fastende sollen bei euch ihr Fasten brechen, die Guten sollen von euren Speisen essen und die Engel sollen euch begrüßen und für euch beten.)

Ein anderes Bittgebet, das nach dem Essen aufgesagt wird und von dem berichtet wird, dass dadurch die Sünden vergeben werden, lautet folgendermaßen:

„Alhamdulillahillazi atʿamani haza´t-aʿama wa razaqanihi min ghayri hawlin minni wa la quwwatin.“ (Gepriesen sei Allah, Der mir dieses Essen und alle Gaben beschert hat, obwohl ich mich dafür nicht anstrengen oder bemühen musste.)

Diese Bittgebete enthalten tatsächlich nur Danksagungen. Aus diesem Grund sollte sich der Mensch wenigstens mit einem einfachen Wort – „Alhamdulillah“ – bei Allah für all Seine Gaben bedanken. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) drückte dies mit folgenden Worten aus: „Allah gefällt es, wenn Sein Diener nach dem Essen oder Trinken sich bei Ihm bedankt.“